Gottesdienst, 08.02.2026

Lied: EG 197, 1-3 Herr, öffne mir die Herzenstür

Votum: Im Namen des Vaters…
Gem.:  Amen

Psalm 119 (EG 748 im Wechsel)
Wohl denen, die ohne Tadel leben, die im Gesetz des HERRN wandeln!
Wohl denen, die sich an seine Mahnungen halten, die ihn von ganzem Herzen suchen,
die auf seinen Wegen wandeln und kein Unrecht tun. Wenn ich schaue allein auf deine Gebote, so werde ich nicht zuschanden.
Ich danke dir mit aufrichtigem Herzen, dass du mich lehrst die Ordnungen deiner Gerechtigkeit.
Deine Gebote will ich halten; verlass mich nimmermehr!
Öffne mir die Augen, dass ich sehe die Wunder an deinem Gesetz.
Zeige mir, HERR, den Weg deiner Gebote, dass ich sie bewahre bis ans Ende.
Meine Seele verlangt nach deinem Heil; ich hoffe auf dein Wort.
Meine Augen sehnen sich nach deinem Wort und sagen: Wann tröstest du mich?
Wenn dein Gesetz nicht mein Trost gewesen wäre, so wäre ich vergangen in meinem Elend.
Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege.
Erhalte mich durch dein Wort, dass ich lebe, und lass mich nicht zuschanden werden in meiner Hoffnung.
Stärke mich, dass ich gerettet werde, so will ich stets Freude haben an deinen Geboten.

Gebet

Schriftlesung aus Römer 10, 6-13 (Hoffnung für alle)
Aber wer den Weg zu Gott durch den Glauben an Christus gefunden hat, über den sagt die Heilige Schrift: »Du brauchst nicht länger darüber nachzudenken, wer in den Himmel steigen könnte« – als sei es nötig, Christus erst noch von dort herabzuholen. Ebenso brauchst du nicht mehr zu fragen: »Wer will hinabsteigen zu den Toten?« – so als müsse man Christus erst noch von dort heraufholen. Stattdessen heißt es: »Gottes Wort ist dir ganz nahe; es ist in deinem Mund und in deinem Herzen.« Das ist nämlich das Wort vom Glauben, das wir verkünden. Denn wenn du mit deinem Mund bekennst: »Jesus ist der Herr!«, und wenn du von ganzem Herzen glaubst, dass Gott ihn von den Toten auferweckt hat, dann wirst du gerettet werden. Wer also von Herzen glaubt, wird von Gott angenommen; und wer seinen Glauben auch bekennt, der findet Rettung. So heißt es schon in der Heiligen Schrift: »Wer auf ihn vertraut, steht fest und sicher.« Da gibt es auch keinen Unterschied zwischen Juden und anderen Völkern: Sie alle haben ein und denselben Herrn, Jesus Christus, der aus seinem Reichtum alle beschenkt, die ihn darum bitten. »Denn jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden.«

Lied: EG 295, 1-4 Wohl denen, die da wandeln

Predigt
Liebe Gemeinde,
was meint eigentlich „Gottes Wort“? Zum Thema „Bibel“ durften sich die Konfis einen biblischen Spielfilm aus einer Bibelreihe aussuchen und wählten sich „Mose“ aus, die Geschichte seiner Berufung, sein Auszug mit dem unterdrückten Volk Israel aus Ägypten und sein Bundesschluss am Berg Sinai mit dem Erhalt der beiden Gesetzestafeln mit den 10 Geboten.
Während des ersten Teils dieses Films, in dem Ben Kingsley beeindruckend den Mose verkörpert, ist mir etwas aufgefallen, was helfen kann, die Bedeutung von „Wort Gottes“ zu verstehen. Mose kannte aufgrund seiner Erziehung als Sohn der Tochter des Pharaos in Ägypten kaum den biblischen Gott „Abrahams, Isaaks und Jakobs“. Im Land Midian, wohin er wegen des Totschlags eines ägyptischen Aufsehers fliehen musste, findet er Aufnahme und begegnet Gott beim Schafe hüten im brennenden Dornbusch.
Mose lässt sich nur widerwillig von seinem Auftrag überzeugen, da er kaum seinen Auftraggeber kennt und ist voller Zweifel, als er sich wieder nach Ägypten aufmacht. Und anfangs läuft es nicht so gut, da die versklavten Israeliten merken, wie schwer sich Mose mit seinem Auftrag tut, und auch vor Pharao wirkt er keineswegs überzeugend. Aber er hält sich an der erhaltenen Verheißung Gottes fest, dass er die Israeliten durch Gottes Macht und Hilfe aus Ägypten führen wird.
Und in den Auseinandersetzungen und Rückschlägen mit dem Pharao, aber auch mit dem eigenen Volk, das den Zorn Pharaos fürchtet, wächst sein Selbstvertrauen und Mut, und es tritt Schritt für Schritt ein, was verheißen wurde. Ähnlich ging es auch Paulus, der Jesus zu seinen Lebzeiten auf der Erde nie getroffen hat im Unterschied zu Petrus und den anderen Jüngern des Zwölferkreises. Dennoch erkennt Paulus in der Begegnung mit Jesus vor Damaskus den Kern des Glaubens und beginnt tastend und fragend die Geschichte von Jesus im Nachhinein zu begreifen.
Zwar kannte Paulus die biblische Geschichte und Tradition gut, aber es ging bei seiner Ausbildung eher um Auslegungsfragen in Bezug auf die Gesetze und Gebote. Der Glaube, den er durch Jesus frisch und neu entdeckt, baut vor allem auf eine große Verheißung und Zusage Gottes, dass nämlich in Jesus der Retter der Welt angekommen ist, der gekreuzigt und auferstanden, allen Menschen Gottes Heil bringen will. Paulus hat wie Mose eine Vision von etwas Gewaltigem und Großartigem, was nun Wirklichkeit werden will.
Mit Vision meine ich eine Art Gesamtschau, ohne das Bild in allen Einzelheiten zu kennen. Die Vision wird nicht mit den Augen, sondern mit dem Herzen „gesehen“. Man könnte auch sagen, dass die eigenen Fragen und quälenden Selbstzweifel unter diesem besonderen Eindruck sich irgendwie aufzulösen beginnen und alles einen umfassenden Sinn ergibt. Das „Wort Gottes“ ist dann wie der Schlüssel zu einer wichtigen Tür, die bisher verschlossen war. Das ist es, was Paulus hier mit zwei Bibelzitaten untermauern will: „Aber wer den Weg zu Gott durch den Glauben an Christus gefunden hat, über den sagt die Heilige Schrift: »Du brauchst nicht länger darüber nachzudenken, wer in den Himmel steigen könnte« – als sei es nötig, Christus erst noch von dort herabzuholen.
Ebenso brauchst du nicht mehr zu fragen: »Wer will hinabsteigen zu den Toten?« – so als müsse man Christus erst noch von dort heraufholen. Stattdessen heißt es: »Gottes Wort ist dir ganz nahe; es ist in deinem Mund und in deinem Herzen.«“ Um es auf die heutige Zeit zu übertragen, könnte man sagen: Man muss nicht die ganze Welt erforschen, um diese grundlegende Wahrheit zu erfassen.
Man muss auch nicht wissen, wie es bei den Toten oder im Himmel ist. Das Wort Gottes hat eine innere Klarheit und Größe, die es glaubwürdig sein lässt auch ohne Beweise. Manchmal steht das eigene Wissen dem sogar entgegen, wie das bei Paulus der Fall war, der in biblischen Fragen hochgebildet war, diese ganze Bildung aber hielt er gegenüber dieser klaren und hellen Erkenntnis von Gott her für „Mist“. Und wie Jesus einmal sagte: „Wovon das Herz voll, sprudelt der Mund über.“
Das Wort Gottes erzeugt eine innere Gewissheit, die nicht mit Sicherheit zu verwechseln ist, wie auch der Glaube kein vorzeigbares Wissen darstellt. Das ist keine Abschwächung der Wirkung von Gottes Wort, sondern eine wichtige Korrektur einer fehlerhaften Ansicht, nämlich das wir über Gottes Wort verfügen können, aber letztlich ist es Gottes Geist, der in uns sein Wort zu „Gottes Wort“ werden lässt. Diese Entdeckung mag unbefriedigend sein, denn wer kann schon definitiv sagen, wo Gottes Geist gerade wirkt.
Paulus macht aber deutlich, dass es angebracht ist, sich mit diesem einfachen Glauben zu begnügen, der in unserem Leben aber bewirken kann, dass wir nach außen hin durch unser Reden und Handeln klarer und deutlicher werden, wodurch wir innerlich gefestigt werden, wie es das dritte Schriftzitat von Paulus unterstreicht: „So heißt es schon in der Heiligen Schrift: »Wer auf ihn vertraut, steht fest und sicher.«“
Auch darin findet sich eine Parallele zwischen Mose und Paulus. Beide haben sich Gottes Wort nicht durch ihr tadelloses Verhalten erarbeitet, sondern Gott hat in Mose einen Totschläger und in Paulus einen Christenverfolger beauftragt und sie mit seinem Wort beschenkt, sodass sie neu und für viele Menschen bewegend diesen Auftrag mit Leben füllten. Und so kann es für uns, die wir oft von Zweifeln geplagt und uns leicht verunsichern lassen, ein Trost sein, uns nur an dieses eine zu klammern, dass Jesus auch mein Retter ist, und sogar diejenigen erreichen kann, die sich vom Glauben an Jesus Christus entfernt haben oder schon immer einfach fernstanden.
Oder um es mit dem letzten biblischen „Schriftbeweis“ von Paulus zu sagen: „Denn jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden.“

Lied: EG 389, 1-5 Ein reines Herz, Herr, schaff in mir

Fürbitten

Vaterunser

Lied: EG 590, 1-3 Herr, wir bitten: Komm und segne uns

Segen
Gem.: Amen, Amen, Amen