Gottesdienst mit Abendmahl zur diamantenen Konfirmation

Einzug Diamantene Konfirmandinnen und Konfirmanden

Begrüßung

Lied: EG 449, 1-3 Die güldne Sonne voll Freud und Wonne

Votum: Im Namen …
Gem.:  Amen

Psalm 103 (EG+ 175; Leitvers EG 337 statt „Lobe den Herrn“) Leitvers „Lobet und preiset ihr Völker den Herrn…"
1. Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen!
2. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat:
1. der dir alle deine Sünde vergibt und heilet alle deine Gebrechen,
2. der dein Leben vom Verderben erlöst, der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit
Alle: Leitvers „Lobet und preiset ihr Völker den Herrn…“
1. Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte.
2. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden und vergilt uns nicht nach unsrer Missetat.
Alle: Leitvers „Lobet und preiset ihr Völker den Herrn…“
1. Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, lässt er seine Gnade walten über denen, die ihn fürchten.
2. So fern der Morgen ist vom Abend, lässt er unsre Übertretungen von uns sein.
1.Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, so erbarmt sich der Herr über die, die ihn fürchten.
2. Lobet den Herrn, alle seine Werke, an allen Orten seiner Herrschaft! Lobe den Herrn, meine Seele!
Alle: Leitvers „Lobet und preiset ihr Völker den Herrn…“

Kommt, lasst uns den Herrn anbeten!
Gem.:  Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist. Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen

Kyrie-Gebet: Darum rufe ich zu dir
Gem.: Herr, erbarme dich. Christe, erbarme dich. Herr, erbarm dich über uns

Gnadenzuspruch: … Ehre sei dir, o Herr!
Gem.: Ehre sei Gott in der Höhe und auf Erden Fried, den Menschen ein Wohlgefallen. Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum dass nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade. Ein Wohlgefalln Gott an uns hat; nun ist groß Fried ohn Unterlass, all Fehd hat nun ein Ende

Gebet: … Ewigkeit!
Gem.: Amen

Schriftlesung aus Epheserbrief 1, 3-7 (Hoffnung für alle)
Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus! Er hat uns mit seinem Geist reich beschenkt und uns durch Christus Zugang zu seiner himmlischen Welt gewährt. Schon vor Beginn der Welt, von allem Anfang an, hat Gott uns, die wir mit Christus verbunden sind, auserwählt. Er wollte, dass wir zu ihm gehören und in seiner Gegenwart leben, und zwar befreit von aller Sünde und Schuld. Aus Liebe zu uns hat er schon damals beschlossen, dass wir durch Jesus Christus seine eigenen Kinder werden sollten. Dies war sein Plan, und so gefiel es ihm. Mit all dem sollte Gottes herrliche, unverdiente Güte gepriesen werden, die wir durch seinen geliebten Sohn erfahren haben. Durch Christus, der sein Blut am Kreuz vergossen hat, sind wir erlöst, sind unsere Sünden vergeben. Und das verdanken wir allein Gottes unermesslich großer Gnade.

Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren!
Gem.: Halleluja, halleluja, halleluja!

Glaubensbekenntnis

Lied: EG 289, 1.5 Nun lob, mein Seel, den Herren

Predigt
Liebe diamantene Jubilarinnen und Jubilare, liebe Gemeinde!
Sie haben als ehemalige Konfi-Gruppe über Jahrzehnte den Kontakt miteinander gepflegt, und darum ist unter der Organisation von Helga Colja-Brandt eine Jubiläumsgruppe zusammengekommen. Ich weiß nicht, wie es damals für Sie war, als Sie frisch konfirmiert wurden. Da lagen die wöchentliche Konfistunde, die Gottesdienste, das Lernen und andere Aufgaben, die bewältigt werden mussten, gerade hinter Ihnen. In dieser gemeinsamen Zeit hatten Sie sich näher kennengelernt und waren als Gruppe irgendwie zusammengewachsen. Vermutlich waren Sie auch wie heutige Konfirmierte froh, als dieser zusätzliche Aufwand über 1 Jahr (oder waren es 2 Jahre?) mit der Konfirmation vorbei war.
Für die meisten kam dann Ausbildung oder später Studium, dazu auch Partnerschaft, Familie und schließlich das Berufsleben, das sich nun im Rückblick des Ruhestandes auch als eine zwar ganz wichtige, aber abgeschlossene Phase Ihres Lebens darstellt. Der Blick geht für Sie heute eher zurück. Man denkt gelegentlich über die Stationen seines Lebens nach, über die getroffenen Entscheidungen, und wo sie einem hingeführt haben. Vermutlich haben Sie sich auch schon mal die Frage gestellt: Was wäre aus mir geworden, wenn dieses oder jenes anders gelaufen, oder ich mich anders entschieden hätte. Das kann man natürlich niemals sicher beantworten.
Wenn man aber mit einer gewissen Grundzufriedenheit auf sein Leben zurückblicken kann, so dürften die getroffenen Entscheidungen nicht so falsch gewesen sein. Von der Zufriedenheit ist es dann auch nicht weit zur Dankbarkeit. Vieles war gut und hat mir geholfen, der zu werden, der ich nun bin. Bei der Dankbarkeit ist ein Aspekt besonders hervorzuheben, nämlich: Wem bin ich dankbar? Mit dem Alter und der Lebenserfahrung erscheinen manchmal Dinge in einem anderen Licht, als noch in der Jugend, wo z.B. die Eltern wie selbstverständlich für einen da waren. Aus heutiger Sicht wage ich die Hypothese: „Nichts ist selbstverständlich!“ Auch Eltern sind nicht immer gut zu ihren Kindern. Andererseits hat man in seiner Unreife die Eltern auch leicht verurteilt für ihr Verhalten, weil man nicht in ihrer Lage war, und es daher gar nicht richtig verstehen konnte. Und darüber hinaus gibt es sicherlich noch mehr „Wegbegleiter“ im Leben, denen man im Rückblick dankbar sein kann.
Und wenn man dann gedanklich noch einen Schritt weitergeht, so ist nicht übertrieben, Gott dankbar zu sein. Der Apostel Paulus stellt den Gemeindemitgliedern in Ephesus vor Augen, wofür sie Gott eigentlich dankbar sein können. Gott hat uns zunächst einmal überhaupt unser Leben geschenkt. Natürlich haben unsere Eltern uns erzeugt, aber Gott hat alles Leben geschaffen und mit seinem Geist beseelt. Das größte Wunder ist, dass wir selbständige Wesen sein können, die über ihr eigenes Leben entscheiden und selbst auswählen können. Welches Tier oder welche Pflanze kann das schon?
Das war von Anfang an Gottes Absicht und Plan. Aber die Sache hat einen Haken. Gerade weil uns Gott so viel Freiheit eingeräumt und uns zu gleichwertigen Abbildern von ihm selbst geschaffen hat, können wir ihm widersprechen und unser „eigenes Ding machen“, was nicht immer gut für uns ist. Im Rückblick auf den eigenen Lebensweg finden sich immer auch dunkle Momente, wo wir Fehler gemacht haben und andere Menschen ungerecht behandelt und ihnen Leid zugefügt haben. Aber gerade da dürfen wir Gott dankbar sein, dass er dies von Anfang an mitbedacht hat, und wir durch Jesus Vergebung unserer Schuld erfahren dürfen und „Zugang zu seiner himmlischen Welt gewährt“ bekommen, wie es Paulus ausdrückt. Der „Himmlische Vater“ behandelt uns „aus Liebe“ wie „eigene Kinder“, denen man ja auch vieles nachsieht und ihnen vergibt, weil man sie liebhat.

Liebe Jubilare, liebe Gemeinde, Dankbarkeit kann man nicht erzwingen. Man hat zwar früher von den Eltern noch gelernt, „Danke zu sagen“, wenn man etwas geschenkt bekommt, was man damals auch nicht unbedingt eingesehen hat. Heute aus „Erwachsenensicht“ erkennt man eher das Gute dahinter, sieht es positiv und ist dann wirklich dankbar für manche Unterstützung und Freundlichkeit.
Mit der Vergebung ist es da etwas schwieriger, denn wir sollen nicht nur einseitig von Gott Vergebung für unsere Fehler und Versagen von Gott erwarten, sondern uns diese „große Gnade“, wie Paulus sie nennt, zu Herzen nehmen, und dadurch auch anderen gegenüber „gnädig“ und vergebungsbereit werden.
Und noch ein letzter, aber sehr wichtiger Aspekt der Dankbarkeit, liebe diamantene Konfirmierte, ist die Hoffnung, die Sie im christlichen Glauben haben dürfen, dass auch bei weniger werdenden Möglichkeiten im Alter sich ein Horizont abzeichnet, in dem sich das eigene, gelebte Leben in Gottes ewigen Licht noch einmal in einer das Vorstellungsvermögen überschreitenden Perspektive weitet, die uns heute schon Gelassenheit und Zuversicht geben kann. Ich möchte da ein skeptisches Bild aufnehmen, und es mit dieser Perspektive verwandeln. Manche stellen sich die letzte Lebensphase wie einen Trichter vor, wo die eigenen Möglichkeiten sich immer mehr verengen bis zum Moment des Todes an der schmalsten Stelle des Trichters. Wenn aber der Tod nicht das Ende von allem sondern nur der Durchgang durch diese engste Stelle im Leben wäre und danach ein unermesslich weiter Raum voller Erfüllung und Glück folgen würde in der Gemeinschaft mit vielen anderen, die man schon längst aus dem Blick verloren hatte, und mit Gott selbst, dem Himmlischen Vater, der auf uns voller Sehnsucht lange gewartet hat. Zu schön, um wahr zu sein? Ich glaube nicht, Jesus sei Dank!

Lied: EG 334, 1-6 Danke für diesen guten Morgen

Fürbitten

Abendmahlsliturgie

Lobgebet: Der Herr sei mit euch
Gem.: und mit deinem Geiste

Erhebet eure Herzen
Gem.: Wir erheben sie zum Herren

Lasset uns Dank sagen dem Herrn, unserm Gott
Gem.: Das ist würdig und recht

Sanctus: …und bekennen ohne Ende
Gem.: Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth; alle Lande sind seiner Ehre voll. Hosianna in der Höhe. Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herren. Hosianna in der Höhe.

Vaterunser

Einsetzungsworte: …das die Sünden der Welt trägt
Gem.: Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, erbarm dich unser! (2x)
Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, gib uns deinen Frieden!

Austeilung mit Einladung, Friedensgruß und Wort nach der Austeilung

Zwischenspiel Orgel

Segenskreis mit Diamantenen Konfirmandinnen und Konfirmanden

Lied: EG+ 37, 1.2.4 Möge die Straße uns zusammenführen

Segen
Gem.: Amen, Amen, Amen

Auszug mit Diamantenen Konfirmandinnen und Konfirmanden

Festgottesdienst, 21.06.2026, 125 Jahre Markuskirche

Vorspiel (Orgel)

Einzug der Kinder mit Luftballons und Geburtstagsständchen; 1 Lied vor Altar (Gitarre)

Begrüßung mit Votum (Martin)

1. Liedvortrag (Flötenkreis, Eurovisionsmelodie)

Psalm 100 aus Kaiserin-Augusta-Altarbibel mit Einleitung (Lutherbibel 1892)
Ein Dankpsalm. Jauchzet dem HErrn, alle Welt! Dienet dem HErrn mit Freuden, kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken! Erkennet, daß der HErr Gott ist! Er hat uns gemacht, und nicht wir selbst, zu seinem Volk und zu Schafen seiner Weide. Gehet zu seinen Thoren ein mit Danken, zu seinen Vorhöfen mit Loben; danket ihm, lobet seinen Namen! Denn der Herr ist freundlich, und seine Gnade währet ewig, und seine Wahrheit für und für.

1. Liedvortrag (Kirchenchor, „Morgenlicht leuchtet“)

Geschichte von den drei Maurern (frei wiedergegebeni)
Es wurden einmal drei Maurer befragt, als sie gerade die Außenmauer einer Kirche hochzogen, wie es ihnen damit gehe, eine Kirche zu bauen? Der erste erwiderte, ihm sei es eigentlich egal, an welchem Gebäude er gerade arbeite: „Hauptsache, ich bekomme am Monatsende meinen Lohn.“ Der zweite fand, dass eine Kirche schon ein interessantes Gebäude sei, bei dem man als Handwerker besonders herausgefordert sei, um es gut hinzukriegen. Der dritte sagte, für ihn sei eine Kirche ein Gotteshaus, was ihn mit Freude und einem gewissen Stolz erfülle, wenn er daran mitarbeiten dürfe. Da hakte der Interviewer nochmal nach: „Glauben Sie, dass, wenn die Kirche fertig ist, Gott darin wohnen wird?“ – „Das habe ich nicht gesagt“, antwortete der dritte Maurer. „Aber wo Menschen sich treffen, um zu singen oder zu beten und dabei an Gott denken, da ist Gott bestimmt nicht weit von ihnen entfernt.“

Lied (Orgel): EG 331, 1-3.9 Großer Gott, wir loben dich

Schriftlesung aus Johannesevangelium 2, 18-22 (Hoffnung für alle)
Die führenden Männer der Juden stellten Jesus daraufhin zur Rede: »Woher nimmst du dir das Recht, die Leute hinauszuwerfen? Wenn du dabei im Auftrag Gottes handelst, dann musst du uns einen eindeutigen Beweis dafür geben!« Jesus antwortete ihnen: »Zerstört diesen Tempel! In drei Tagen werde ich ihn wieder aufbauen.« »Was?«, riefen sie. »46 Jahre wurde an diesem Tempel gebaut, und du willst das in drei Tagen schaffen?« Mit dem Tempel aber meinte Jesus seinen eigenen Körper. Als er von den Toten auferstanden war, erinnerten sich seine Jünger an diese Worte. Sie glaubten den Voraussagen der Heiligen Schrift und allem, was Jesus selbst ihnen gesagt hatte.

Predigt
Liebe Festgäste,
heute feiern wir das 125jährigen Jubiläums der Markuskirche. Da Helga Arzbächer der Kirchengemeinde freundlicherweise einen Original-Festablauf zum Festgottesdienst am 9. Mai 1901 überlassen hat, haben wir „schwarz auf weiß“, wie die Festgemeinde damals die Barbarakirche verabschiedete, und der lange Zug bestehend auch aus vielen Kindern und Jugendlichen sich zur neuen Markuskirche in Bewegung setzte.
Schlüsselübergabe und Einweihung mit Würdenträgern und Ehrengästen, aber auch Bauhandwerkern und Behörden lassen erahnen, wie wichtig das Kirchengebäude nicht allein auf Grund seiner Höhe und erhabenen Lage für die evangelische Kirchengemeinde Braubach war, sondern auch für den gesamten Ort.
Das Zustandekommen eines 60köpfigen Projektchores im Vorfeld, der neben der Walcker-Orgel den Fest-Gottesdienst musikalisch begleitete, unterstreicht die hohe Bedeutung dieses Ereignisses damals. Der aus diesem Projekt damals hervorgegangene evangelische Kirchenchor begleitet auch heute diesen Jubiläums-Gottesdienst und darf daher ebenfalls auf eine 125jährige Geschichte zurückblicken.
Man kann also ohne Übertreibung sagen, dass dieses ca. 500 Plätze umfassende, architektonisch ansprechende Kirchengebäude einen gewissen Respekt verdient hat. Übrigens haben wir festgestellt, dass seit Öffnung der Markuskirche für Touristen und natürlich auch Einheimische im letzten Monat, sich bereits über 200 Besucherinnen und Besucher eingefunden haben, die oft ein Teelicht anzündeten und sich andächtig einen Moment in der Kirche hingesetzt haben, wie wir hie und da selbst feststellen konnten.
Aber feiern wir wirklich heute ein Gebäude? Oder bietet nicht vielmehr das Gebäude einen Raum, in dem es leichter fällt, einmal zur Ruhe zu kommen und sich durch Symbole und Bilder auf Gott einzulassen? „Gott nahe sein“ – das wollte auch Jesus, als er den Tempel in Jerusalem betrat. Aber was er feststellen musste, war, dass statt Andacht und Offenheit für Gottes Gegenwart, sich ein geschäftiges Treiben breitgemacht hatte.
Schließlich mussten Tiere für die verschiedenen Opfer gekauft und heidnisches Geld in Tempelgeld gewechselt werden, was wahrscheinlich zu den hohen Festtagen für die Jerusalemer Händler das war, was für den Einzelhandel heute das Weihnachtsgeschäft ist. Jesus stieß bekanntlich die Wechslertische um und ließ die Opfertiere frei, was sicherlich für ein gehöriges Chaos sorgte und auch Kosten verursachte.
Was Jesus hier nach Johannes ankündigt, nämlich den Tempel abzureißen, war damals ein Sakrileg, eine gotteslästerliche Sache in den Augen der religiösen Elite. Denn natürlich war Gott vor allem im Tempel zu finden. Nicht auszudenken, wenn man Gott auch woanders hätte feiern dürfen. Zumindest zu den hohen Festtagen sollten die Gläubigen in Israel nach Jerusalem zum Tempel pilgern.
Wenn Jesus hier andeutet, dass Gott nicht irgendwo oder gar vor allem in einem Gotteshaus zu finden sein – und sei es noch so groß und prächtig – dann verschiebt er in religiöser Hinsicht etwas Entscheidendes. Der Glaube ist nicht mehr an den Tempel oder an irgendein Gebäude gebunden, sondern findet sich in der Person von Jesus, in seinem Sterben und in seiner Auferstehung am dritten Tag wieder.
Wer Gott in seinem Wesen kennenlernen und ihm begegnen will, der muss sich mit diesem Jesus von Nazareth auseinandersetzen. Das gehörte übrigens auch zu den wesentlichen Erkenntnissen eines Martin Luthers, der sich damals vor 500 Jahren vor einer Institution „Kirche“ absetzte, die sich selbst „heiliggesprochen“ hatte.
Für Luther war Kirche zu allererst der Ort des gelebten Glaubens an Jesus Christus in der Gemeinschaft mit anderen Christen. Der Gottesdienst und andere kirchliche Veranstaltungen sollen dabei helfen, diesen Glauben lebendig zu halten, was heute keine geringe Herausforderung ist. Aber keine Kirche ist an sich heilig. Sie soll helfen, Gott näher kennenzulernen, und darum können die Formen des gelebten Glaubens sich auch an neue Zeiten anpassen.
Wir erleben gerade einen Umbruch der Kirche in eine neue Zeit hinein. Was uns dennoch Hoffnung geben kann, ist die Erkenntnis des Glaubens, dass ohne Jesus Christus dieser Welt etwas Entscheidendes fehlt, und das wird sie merken, oder merkt sie auch jetzt bereits. Vielleicht suchen deswegen viele Menschen heute Kirchen auf, weil sie spüren, dass etwas verlorengeht, was letztlich seinen Platz in der Kirche, und das heißt auch in einem kirchlichen Gebäude hat.
Darum dürfen wir froh sein und uns daran freuen, dass uns vor 125 Jahren so eine große und ansprechende Kirche gegeben wurde, auch dank staatlicher Hilfe –besonders als der Turm 1899 einstürzte und neu erbaut werden musste. Die Kommune ist heute offiziell vertreten von Verbandsbürgermeister Mike Weiland und der Stadtbeigeordneten Claudia Wolf, die uns gleich zu unserem Jubiläum gratulieren möchten.

2. Liedvortrag (Flötenkreis, Walzer)

Fürbitten
Jesus Christus, wir sind froh und dankbar, dass du dich, ohne auf dich selbst zu achten, für uns eingesetzt hast. An deiner Bereitschaft, dein Leben für uns hinzugeben, können wir Gottes große Liebe zu uns ablesen. Das macht uns von innen her gelassen und froh und hilft uns, mit den Sorgen und Nöten unserer Zeit uns auseinanderzusetzen.

Guter Gott, wir danken dir für diese große und schöne Markuskirche, die wir schon seit 125 Jahren für unsere Kirchengemeinde nutzen können. Sie strahlt immer noch etwas aus von deiner Größe und Herrlichkeit. Öffne unsere Augen dafür, damit wir gerne und mit Einsatz die Kirche auch von innen her mit Leben füllen. Das ist in den Zeiten knapper werdender, finanzieller Mittel eine zunehmende Herausforderung.

Gütiger Gott, der Glaube an dich und an Jesus Christus hat nun schon seit 2000 Jahren Bestand, und es gab immer wieder Zeiten, in denen sich die Menschen von dir abgewandt haben, weil sie glaubten, dass du nicht mehr in deren Zeit gepasst hättest. Aber es hat sich dann doch immer wieder gezeigt, dass die Menschen dich brauchen und sich nach dir sehnen. Schenke doch auch heute wieder eine neue Sehnsucht und ein neues Fragen nach dir.

Lebendiger Gott, auch heute erfahren Menschen, dass sie im Vertrauen auf dich Halt finden in ihrem Leben, Geborgenheit und auch inneren Frieden. Hilf uns als christliche Gemeinde zusammen mit anderen Christen, dass wir diese Zeichen deiner Liebe und deines Friedens auch in diese Welt, in unsere Gesellschaft hineintragen. Lass uns den Wert des Miteinanders trotz aller Unterschiede neu schätzen lernen und stärke unsere Bereitschaft, aufeinander zuzugehen und diejenigen, die sich einsam und verloren fühlen, dabei mitzunehmen. Amen. 

Vaterunser

2. Liedvortrag (Kirchenchor, „Bewahre uns, Gott)

Grußworte von Verbandsbürgermeister Mike Weiland und Stadtbeigeordneten Claudia Wolf

3. Liedbeitrag (Flötenkreis, Marsch)

Segen mit Kindern und Seifenblasen

Nachspiel (Orgel)

Auszug (Kinder vorweg, dann Gemeinde und draußen Luftballons steigen lassen)

Gottesdienst, 14.06.2026

Lied: EG 389, 1-3 Ein reines Herz, Herr, schaff in mir

Votum: Im Namen …
Gem.:  Amen

Psalm 51 (EG 727 im Wechsel)
Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte, und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit.
Wasche mich rein von meiner Missetat, und reinige mich von meiner Sünde;
denn ich erkenne meine Missetat, und meine Sünde ist immer vor mir.
An dir allein habe ich gesündigt und übel vor dir getan, auf dass du recht behaltest in deinen Worten und rein dastehst, wenn du richtest.
Siehe, dir gefällt Wahrheit, die im Verborgenen liegt, und im Geheimen tust du mir Weisheit kund.
Lass mich hören Freude und Wonne, dass die Gebeine fröhlich werden, die du zerschlagen hast.
Verbirg dein Antlitz vor meinen Sünden, und tilge alle meine Missetat.
Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz, und gib mir einen neuen, beständigen Geist.
Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, und nimm deinen Heiligen Geist nicht von mir.
Erfreue mich wieder mit deiner Hilfe, und mit einem willigen Geist rüste mich aus.

Kommt, lasst uns den Herrn anbeten!
Gem.:  Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist. Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen

Kyrie-Gebet: Darum rufe ich zu dir
Gem.: Herr, erbarme dich. Christe, erbarme dich. Herr, erbarm dich über uns

Gnadenzuspruch: … Ehre sei dir, o Herr!
Gem.: Ehre sei Gott in der Höhe und auf Erden Fried, den Menschen ein Wohlgefallen.

Gebet: … Ewigkeit!
Gem.: Amen

Schriftlesung aus Matthäusevangelium 6, 9-14  
Darum sollt ihr so beten:
Unser Vater im Himmel!
Dein Name werde geheiligt.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
[Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.]
Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, so wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.

Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren!
Gem.: Halleluja, halleluja, halleluja!

Glaubensbekenntnis

Lied: EG 299 (1. Mel.), 1.2.5 Aus tiefer Not schrei ich zu dir

Predigt mit Predigtwort aus Römerbrief 7, 24.25: Ich unglückseliger Mensch! Wer wird mich jemals aus dieser tödlichen Gefangenschaft befreien? Gott sei Dank! Durch unseren Herrn Jesus Christus bin ich bereits befreit.
Liebe Gemeinde, 
Jesus gibt in Bezug auf das Vaterunser zu einem Satz einen Kommentar ab, also muss dieser Satz ihm besonders wichtig sein. Der Satz im Vaterunser lautet: „Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.“ Der Kommentar dazu: „Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, so wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.“ Eigentlich braucht man nicht eine langatmige Erklärung zu geben, was Verfehlung, Schuld oder Sünde bedeutet, wenn man an das Gewissen erinnert, quasi eine Alarmanlage für das Schlechte, was man anderen antut. Man könnte sagen: Ein „schlechtes Gewissen“ ist ein gutes Zeichen, da man das Ungute in sich spürt. Das muss gar nichts Kriminelles sein, wofür man vom Staat bestraft werden müsste. Es beginnt bereits im Kleinen, wenn man andere schlechtmacht, sie beleidigt oder einfach lügt. Das macht etwas mit uns. Wer mit Lügen und Betrügen sich Vorteile verschafft, hat es nur scheinbar besser. Denn Freunde gewinnt man so nicht. Der „Ehrliche“ mag als „der Dumme“ angesehen werden, dem man leicht ausnutzen kann, aber vertrauenswürdiger ist ein ehrlicher Mensch allemal. Denn man weiß, dass man sich auf sein Wort verlassen kann. In Bezug auf Gott ist Ehrlichkeit auch ganz wichtig.
Wenn ich glaube, dass es Gott gibt, aber ihn nicht ernst nehme, dann verhalte ich mich ähnlich wie ein Lügner oder Betrüger. Was ist dann Gott für mich eigentlich? Ein Helfer in der Not, aber bitte nur, wenn es mir gerade passt, ansonsten soll er mich in Ruhe lassen. Oder wie es Jesus hier verdeutlicht: Er ist jemand, der es so gut mit mir meint, dass er sogar meine schlechten Taten bereit ist zu vergeben. So einen Gott kann man gelegentlich gut gebrauchen, um das eigene, schlechte Gewissen zu beruhigen. Aber wie einseitig ist das denn? Gott soll mir gefälligst vergeben, wenn ich „Mist gebaut“ habe, aber ich muss das bei anderen noch lange nicht.    Darum steht im Vaterunser: „Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.“ Wenn ich Gott vertraue, dann muss ich ihn auch ernstnehmen und mich so verhalten, wie ich es umgekehrt in Bezug auf mich erwarte. Wenn ich das nicht tue -so der Kommentar von Jesus-, dann könnte ich in Bezug auf Gott eine böse Überraschung erleben. Denn Gott kann ich nicht überlisten, sondern was ich getan und dabei gedacht habe, wird vor Gott einmal offengelegt, und das schlägt auf mich zurück. 
Das Vaterunser unterstreicht durch seinen Aufbau noch etwas Grundsätzliches in Bezug auf die Beziehung zu Gott. Es dreht sich nicht alles um mich und meine Bedürfnisse, sondern Gott vertrauen heißt, ihn zum Zug kommen lassen: „Dein Name… Dein Reich… Dein Wille…! Erst wenn ich „Gott Gott sein lasse“, dann bekommen meine Bedürfnisse, Sorgen und Probleme den angemessenen Raum. Die Unterteilung, die Jesus dabei wählt, ist es wert, einmal genauer betrachtet zu werden. Bei „Unser tägliches Brot gib uns heute“ dürfen wir fest davon ausgehen, dass Gott unsere Grundbedürfnisse kennt, und wir ihn um Hilfe bitten dürfen. Dann kommt die bereits genannte Bitte um Vergebung, wo es darum geht, unsere Freiheit zu nutzen, um anderen Gutes zu tun oder aber auch, wo man scheitert, um Vergebung zu bitten. Manche mögen jetzt denken: „Was gehen Gott meine Probleme an? Wenn ich etwas falsch gemacht habe, dann bin ich allein verantwortlich.“ Das stimmt in Bezug auf demjenigen, dem ich etwas schuldig bin, aber es geht auch darum, dass ich mich beim Sündigen von Gott entferne und von mir selbst.
Wie sagt David im Psalm 51 treffend: „Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz, und gib mir einen neuen, beständigen Geist.“ Je tiefer ich mich in die Sünde verstricke, umso schwerer wird es wieder herauszukommen. Und manchmal stecken wir so tief drin, dass wir ohne Gott, ohne Jesus gar nicht mehr rauskommen.
„Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen“, so lautet für diesen Fall die dritte Bitte. Man könnte den 1. Teil auch so formulieren: „Lass nicht zu, dass die Versuchung überhandnimmt!“ Wir Menschen möchten gerne aus uns selbst heraus gut sein, aber das ist eine Illusion. Selbst Jesus antwortete einmal, als er mit „Guter Meister“ angeredet wurde: „Was nennst du mich gut. Gott allein ist gut.“
Wenn es gar nicht mehr aus eigener, menschlicher Kraft möglich ist, sich vom Bösen zu befreien, haben wir immer noch die Chance und zugleich auch Perspektive für die Ewigkeit, dass Gott uns erlöst ohne eigenes Zutun kraft der Vergebung, die Jesus am Kreuz erwirkt hat.
Selbst ein Apostel Paulus erkennt seine tiefe Verstrickung in die Sünde an und kann nichts Anderes tun, als auf die Erlösung durch Jesus Christus seine Zukunft zu bauen: „: Ich unglückseliger Mensch! Wer wird mich jemals aus dieser tödlichen Gefangenschaft befreien? Gott sei Dank! Durch unseren Herrn Jesus Christus bin ich bereits befreit.“
Das Vaterunser endet in den jüngeren Schriftrollen mit einem Lobpreis, der in den älteren fehlt: „Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.“ Auch hier ein dreifaches „Dein“ als Abschluss und Klammer um die drei Bitten des Glaubenden mit seinen Wünschen. Während die ersten drei „Dein“ grammatisch Aufforderungen sind, nämlich Gott den ihm gebührenden Platz im Leben einzuräumen, sind die letzten drei „Dein“ von der Form her eine Feststellung und bekräftigen, dass Gott alles in seiner Hand hält. „Amen“ bedeutet: „So ist es!“
Und dieser Gott ist nicht bloß als der zu respektieren, der jeden Anspruch auf Anerkennung hat, und in dem sich alle Macht konzentriert. Er ist nach den Worten von Jesus „Unser Vater“. Seine Liebe und Beziehung zu uns geht wortwörtlich wie auch inhaltlich unserem Wollen und Wünschen voran und möchte uns dahin bringen, dass auch wir Gott lieben für sein Handeln in Jesus und für sein gütiges Wesen. Gottes Güte und Vergebungsbereitschaft umklammert unser Leben und möchte wahrgenommen und anerkannt werden. Das gibt Trost und Hoffnung für unser Leben.

Lied: EG+ 54, 1-6 Bist zu uns wie ein Vater

Fürbitten

Vaterunser

Lied: EG 584, 1-4 Meine engen Grenzen

Segen
Gem.: Amen, Amen, Amen