Lied (Orgel): EG 116, 1-3 Er ist erstanden
Votum: Im Namen …
Gem.: Amen
Psalm 118 (EG 747 im Wechsel)
Danket dem HERRN; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.
Der HERR ist meine Macht und mein Psalm und ist mein Heil.
Man singt mit Freuden vom Sieg in den Hütten der Gerechten: Die Rechte des HERRN behält den Sieg!
Die Rechte des HERRN ist erhöht; die Rechte des HERRN behält den Sieg!
Ich werde nicht sterben, sondern leben und des HERRN Werke verkündigen.
Der HERR züchtigt mich schwer; aber er gibt mich dem Tode nicht preis.
Tut mir auf die Tore der Gerechtigkeit, dass ich durch sie einziehe und dem HERRN danke.
Das ist das Tor des HERRN; die Gerechten werden dort einziehen.
Ich danke dir, dass du mich erhört hast und hast mir geholfen.
Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden.
Das ist vom HERRN geschehen und ist ein Wunder vor unsern Augen.
Dies ist der Tag, den der HERR macht; lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.
O HERR, hilf! O HERR, lass wohlgelingen!
Gelobt sei, der da kommt im Namen des HERRN! Wir segnen euch, die ihr vom Hause des HERRN seid.
Der HERR ist Gott, der uns erleuchtet. Schmückt das Fest mit Maien bis an die Hörner des Altars!
Du bist mein Gott und ich danke dir; mein Gott, ich will dich preisen.
Danket dem HERRN; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.
Kommt, lasst uns den Herrn anbeten!
Gem.: Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist. Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Amen
Kyrie-Gebet: Darum rufe ich zu dir
Gem.: Herr, erbarme dich. Christe, erbarme dich. Herr, erbarm dich über uns
Gnadenzuspruch: … Ehre sei dir, o Herr!
Gem.: Ehre sei Gott in der Höhe und auf Erden Fried, den Menschen ein Wohlgefallen. Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum dass nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade. Ein Wohlgefalln Gott an uns hat; nun ist groß Fried ohn Unterlass, all Fehd hat nun ein Ende.
Gebet: … Ewigkeit!
Gem.: Amen
Schriftlesung aus Johannesevangelium 21, 4-17 (Gute Nachricht)
Es wurde schon Morgen, da stand Jesus am Ufer. Die Jünger wussten aber nicht, dass es Jesus war. Er redete sie an: »Kinder, habt ihr nicht ein paar Fische?« »Nein, keinen einzigen!«, antworteten sie. Er sagte zu ihnen: »Werft euer Netz an der rechten Bootsseite aus! Dort werdet ihr welche finden.« Sie warfen das Netz aus und fingen so viele Fische, dass sie das Netz nicht ins Boot ziehen konnten. Der Jünger, den Jesus besonders liebhatte, sagte zu Petrus: »Es ist der Herr!« Als Simon Petrus das hörte, warf er sich das Obergewand über, band es hoch und sprang ins Wasser. Er hatte es nämlich zum Arbeiten abgelegt. Die anderen Jünger ruderten das Boot an Land – es waren noch etwa hundert Meter – und zogen das Netz mit den Fischen hinter sich her. Als sie an Land gingen, sahen sie ein Holzkohlenfeuer mit Fischen darauf, auch Brot lag dabei. Jesus sagte zu ihnen: »Bringt ein paar von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt!« Simon Petrus ging zum Boot und zog das Netz an Land. Es war voll von großen Fischen, genau hundertdreiundfünfzig. Aber das Netz riss nicht, obwohl es so viele waren. Jesus sagte zu ihnen: »Kommt her und esst!« Keiner von den Jüngern wagte zu fragen: »Wer bist du?« Sie wussten, dass es der Herr war. Jesus trat zu ihnen, nahm das Brot und verteilte es unter sie, ebenso die Fische. Nachdem sie gegessen hatten, sagte Jesus zu Simon Petrus: »Simon, Sohn von Johannes, liebst du mich mehr, als die hier mich lieben?« Petrus antwortete: »Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe.« Jesus sagte zu ihm: »Sorge für meine Lämmer!« Ein zweites Mal sagte Jesus zu ihm: »Simon, Sohn von Johannes, liebst du mich?« »Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe«, antwortete er. Jesus sagte zu ihm: »Leite meine Schafe!« Ein drittes Mal fragte Jesus: »Simon, Sohn von Johannes, liebst du mich?« Petrus wurde traurig, weil er ihn ein drittes Mal fragte: »Liebst du mich?« Er sagte zu ihm: »Herr, du weißt alles, du weißt auch, dass ich dich liebe.« Jesus sagte zu ihm: »Sorge für meine Schafe!
Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren!
Gem.: Halleluja, halleluja, halleluja!
Glaubensbekenntnis
Lied: EG 115, 1.2.5.6 (Orgel): Jesus lebt, mit ihm auch ich
Predigt mit Predigttext aus 2. Timotheus 2, 8- 13
Halt im Gedächtnis Jesus Christus, der auferstanden ist von den Toten, aus dem Geschlecht Davids, nach meinem Evangelium, für welches ich leide bis dahin, dass ich gebunden bin wie ein Übeltäter; aber Gottes Wort ist nicht gebunden. Darum dulde ich alles um der Auserwählten willen, auf dass auch sie die Seligkeit erlangen in Christus Jesus mit ewiger Herrlichkeit. Das ist gewisslich wahr: Sind wir mit gestorben, so werden wir mit leben; dulden wir, so werden wir mit herrschen; verleugnen wir, so wird er uns auch verleugnen; sind wir untreu, so bleibt er treu; denn er kann sich selbst nicht verleugnen.
Liebe Gemeinde,
schon öfters habe ich selbst gesagt: Das, was Jesus für uns erwirkt hat, ist ein großes Geschenk. Damit wollte ich unterstreichen, dass wir in Bezug auf die Erlösung und das ewige Leben Beschenkte sind, die nichts dazu beisteuern können, was damals an Karfreitag und Ostern geschah. Es musste geschehen, um uns aus der Gottesferne herauszuholen und uns heimzubringen in die ewige Gemeinschaft mit Gott. Ostern hat sich mittlerweile zu einem weiteren, kirchlichen „Geschenketag“ neben Weihnachten entwickelt. Schließlich wollen Ostereier und Schokohasen verteilt bzw. im Garten gefunden werden. Das mag auch ein hübscher Brauch sein, mit dem man Kindern eine Freude macht. Und die Freude passt ja auch zu Ostern. Doch ein Geschenk kann man auch irgendwie selbstverständlich annehmen und erkennt nicht, dass derjenige, der schenkt, in gewisser Weise etwas von sich selbst hingibt, und sei es auch nur Ostergeld.
Diese weitere Ostergeschichte nach Johannes, die sich an die eigentliche Ostermorgengeschichte anhängt, hat einen wichtigen Aspekt dieses Ereignisses, was beim ersten „Osterjubel“ etwas in den Hintergrund getreten ist, zum Thema. Es ist nämlich fraglich, ob wegen Ostern für die Jünger plötzlich „alles geklärt“ war, nach dem, was in den Tagen davor an schlimmen Dingen sich auch durch die Jünger selbst ereignet hatte, wie z.B. durch Petrus, der Jesus auf dem Hof des Hohenpriesters dreimal verleugnete. Es geht nämlich im Glauben immer auch um eine vertrauensvolle Beziehung zu Gott bzw. zu Jesus Christus, die durch das Verhalten von Petrus hier empfindlich gestört wurde. Vertrauen muss wieder wachsen können. Ohne Einsicht und Reue wirkt eine Entschuldigung wie ein Lippenbekenntnis. Mit der dreifachen Frage an Petrus nach dessen dreifachen Verleugnung: „Liebst du mich?“ geht es Jesus nicht um gekränkte Ehre oder um „schlechtes Gewissen machen“ als Strafe für die Enttäuschung. Petrus soll als der, der die Gemeinschaft der Jünger und Jüngerinnen anführt, mit gutem Beispiel vorangehen. Da braucht es besondere Verlässlichkeit, die Jesus hier einfordert, und die Petrus auch später umsetzen wird.
Ein weiterer Aspekt dieser Geschichte ist nach meiner Einschätzung weniger der wundersame Fischfang, der an die Berufung von Simon Petrus und seinem Bruder Andreas erinnert, noch die Furcht der Jünger, dass Jesus ein Gespenst sei, und er ihnen beweisen wollte, dass er wie ein normaler Mensch essen kann. Erstaunlich ist, dass Jesus hier den vom Fischzug heimkehrenden Jüngern ein Essen am Feuer mit Fisch und Brot bereitet. Man könnte sagen, er bereitet ihnen ein „Agapemahl“, d.h. ein Sättigungsmahl, was aber auch an das letzte Abendmahl erinnert, wo Jesus auch als Gastgeber auftritt, der Essen und Trinken anbietet.
Der Aspekt der Gemeinschaft erinnert auch uns heute daran, wenn wir wie gleich im Anschluss miteinander das Abendmahl feiern, dass wir von Ostern her zu einer Gemeinschaft berufen sind, in welcher wir aneinander Anteil nehmen und uns als Glieder einer Gemeinde auch wahrnehmen. Das bedeutet auch, dafür in Anspruch genommen zu werden. Ostern steht dafür, uns für Gott und unsere Mitmenschen zu engagieren, und so aus einem bequemen Konsumverhalten herauszukommen. Wenn Jesus und mit ihm Gott selbst sich für jeden Einzelnen, aber auch für die Gemeinschaft der Christen insgesamt so einsetzt, so können und dürfen wir nicht einfach passiv bleiben.
Bitte das Gesagte jetzt nicht als moralischen Appell verstehen, nach dem Motto: „Wenn du Christ sein willst, dann musst du aber…“! Wir machen Jesus und uns selbst das Leben unnötig schwer, wenn wir nicht begreifen, dass wir Teil einer weltweiten, ewigen Gemeinschaft sind - und zwar gilt das bereits jetzt und hier. Als Einzelkämpfer ist man irgendwann ausgelaugt und am Ende. Man meint, alles selbst schultern zu müssen und hat dann ein schlechtes Gewissen, wenn man nicht liefert, was man für gut und richtig erkannt hat. Eine Gemeinschaft, getragen von Gottes Liebe und unter dem Vorzeichen der Versöhnung und des Friedens, garantiert von Gott selbst durch Jesus Christus – das kann uns helfen, die Lasten miteinander und auch füreinander zu tragen. Es sind vielleicht nur kleine Gesten und Hilfen, die wir über uns selbst hinaus anderen geben können, aber es macht einen Unterschied, ob ich merke, dem anderen bin ich nicht gleichgültig, und er oder sie möchte, dass es mir gut geht.
Paulus formuliert hier streng und fordernd, sich nicht vor seiner Verantwortung wegzuducken: „Halt im Gedächtnis Jesus Christus, der auferstanden ist von den Toten… (und daraus folgernd) Das ist gewisslich wahr: Sind wir mit gestorben, so werden wir mit leben; dulden wir, so werden wir mit herrschen; verleugnen wir, so wird er uns auch verleugnen; sind wir untreu, so bleibt er treu; denn er kann sich selbst nicht verleugnen.“ Das „Wir“ macht bereits deutlich, dass es nicht um den Einzelnen losgelöst von der Gemeinschaft geht. Jesus starb für uns, darum sind wir von diesem Ereignis betroffen, und das bedeutet im positiven Sinn: Wir gehören zu Jesus und dürfen mit ihm leben, im Glauben schon jetzt und sichtbar einmal in Ewigkeit. Das Wesen dieser Gemeinschaft ist aber nicht, eine Weltherrschaft anzustreben, sondern vielmehr eine weltweite Dienstgemeinschaft. Darum gilt es auszuhalten, wenn man nicht ernstgenommen oder sogar belächelt oder verspottet wird. Nach Paulus ist diese Erfahrung sogar eine Echtheitsgarantie des Glaubens.
Aber im Unterschied zu Jesus oder zu Paulus, die beide alles eingesetzt haben, weichen wir dem Druck von außen oft aus. Der Satz: „Verleugnen wir, so wird er uns auch verleugnen“, klingt fast drohend. Aber anhand von Petrus kann man sehen, der Jesus dreimal verleugnet hat und danach bitterlich darüber geweint hat, dass Jesus ihn dennoch wieder in den Dienst genommen hat. Der letzte Satz ist dabei der Tröstlichste: „Sind wir untreu, so bleibt er treu; denn er kann sich selbst nicht verleugnen.“
Darauf dürfen wir uns getrost verlassen.
Lied (Posaunenchor): EG 225, 1-3 Komm, sag es allen weiter
Fürbitten
Abendmahlsliturgie
Lobgebet: Der Herr sei mit euch
Gem.: und mit deinem Geiste
Erhebet eure Herzen
Gem.: Wir erheben sie zum Herren
Lasset uns Dank sagen dem Herrn, unserm Gott
Gem.: Das ist würdig und recht
Sanctus: …und bekennen ohne Ende
Gem.: Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth; alle Lande sind seiner Ehre voll. Hosianna in der Höhe. Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herren. Hosianna in der Höhe.
Vaterunser
Einsetzungsworte: …das die Sünden der Welt trägt
Gem.: Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, erbarm dich unser! (2x)
Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, gib uns deinen Frieden!
Austeilung mit Einladung, Friedensgruß und Wort nach der Austeilung
Lied (Posaunenchor): EG 552, 1.4.5 Einer ist unser Leben
Segen
Gem.: Amen, Amen, Amen
Nachspiel (Posaunenchor)