Ostergottesdienst mit Abendmahl, 05.04.2026

Lied (Orgel): EG 116, 1-3 Er ist erstanden

Votum: Im Namen …
Gem.:  Amen

Psalm 118 (EG 747 im Wechsel)
Danket dem HERRN; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.
Der HERR ist meine Macht und mein Psalm und ist mein Heil.
Man singt mit Freuden vom Sieg in den Hütten der Gerechten: Die Rechte des HERRN behält den Sieg!
Die Rechte des HERRN ist erhöht; die Rechte des HERRN behält den Sieg!
Ich werde nicht sterben, sondern leben und des HERRN Werke verkündigen.
Der HERR züchtigt mich schwer; aber er gibt mich dem Tode nicht preis.
Tut mir auf die Tore der Gerechtigkeit, dass ich durch sie einziehe und dem HERRN danke.
Das ist das Tor des HERRN; die Gerechten werden dort einziehen.
Ich danke dir, dass du mich erhört hast und hast mir geholfen.
Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden.
Das ist vom HERRN geschehen und ist ein Wunder vor unsern Augen.
Dies ist der Tag, den der HERR macht; lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.
O HERR, hilf! O HERR, lass wohlgelingen!
Gelobt sei, der da kommt im Namen des HERRN! Wir segnen euch, die ihr vom Hause des HERRN seid.
Der HERR ist Gott, der uns erleuchtet. Schmückt das Fest mit Maien bis an die Hörner des Altars!
Du bist mein Gott und ich danke dir; mein Gott, ich will dich preisen.
Danket dem HERRN; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.
Kommt, lasst uns den Herrn anbeten!
Gem.:  Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist. Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Amen

Kyrie-Gebet: Darum rufe ich zu dir
Gem.: Herr, erbarme dich. Christe, erbarme dich. Herr, erbarm dich über uns

Gnadenzuspruch: … Ehre sei dir, o Herr!
Gem.: Ehre sei Gott in der Höhe und auf Erden Fried, den Menschen ein Wohlgefallen. Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum dass nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade. Ein Wohlgefalln Gott an uns hat; nun ist groß Fried ohn Unterlass, all Fehd hat nun ein Ende.

Gebet: … Ewigkeit!
Gem.: Amen

Schriftlesung aus Johannesevangelium 21, 4-17 (Gute Nachricht)
Es wurde schon Morgen, da stand Jesus am Ufer. Die Jünger wussten aber nicht, dass es Jesus war. Er redete sie an: »Kinder, habt ihr nicht ein paar Fische?« »Nein, keinen einzigen!«, antworteten sie. Er sagte zu ihnen: »Werft euer Netz an der rechten Bootsseite aus! Dort werdet ihr welche finden.« Sie warfen das Netz aus und fingen so viele Fische, dass sie das Netz nicht ins Boot ziehen konnten. Der Jünger, den Jesus besonders liebhatte, sagte zu Petrus: »Es ist der Herr!« Als Simon Petrus das hörte, warf er sich das Obergewand über, band es hoch und sprang ins Wasser. Er hatte es nämlich zum Arbeiten abgelegt. Die anderen Jünger ruderten das Boot an Land – es waren noch etwa hundert Meter – und zogen das Netz mit den Fischen hinter sich her. Als sie an Land gingen, sahen sie ein Holzkohlenfeuer mit Fischen darauf, auch Brot lag dabei. Jesus sagte zu ihnen: »Bringt ein paar von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt!« Simon Petrus ging zum Boot und zog das Netz an Land. Es war voll von großen Fischen, genau hundertdreiundfünfzig. Aber das Netz riss nicht, obwohl es so viele waren. Jesus sagte zu ihnen: »Kommt her und esst!« Keiner von den Jüngern wagte zu fragen: »Wer bist du?« Sie wussten, dass es der Herr war. Jesus trat zu ihnen, nahm das Brot und verteilte es unter sie, ebenso die Fische. Nachdem sie gegessen hatten, sagte Jesus zu Simon Petrus: »Simon, Sohn von Johannes, liebst du mich mehr, als die hier mich lieben?« Petrus antwortete: »Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe.« Jesus sagte zu ihm: »Sorge für meine Lämmer!« Ein zweites Mal sagte Jesus zu ihm: »Simon, Sohn von Johannes, liebst du mich?« »Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe«, antwortete er. Jesus sagte zu ihm: »Leite meine Schafe!« Ein drittes Mal fragte Jesus: »Simon, Sohn von Johannes, liebst du mich?« Petrus wurde traurig, weil er ihn ein drittes Mal fragte: »Liebst du mich?« Er sagte zu ihm: »Herr, du weißt alles, du weißt auch, dass ich dich liebe.« Jesus sagte zu ihm: »Sorge für meine Schafe!
Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren!
Gem.: Halleluja, halleluja, halleluja!

Glaubensbekenntnis

Lied: EG 115, 1.2.5.6 (Orgel): Jesus lebt, mit ihm auch ich

Predigt mit Predigttext aus 2. Timotheus 2, 8- 13
Halt im Gedächtnis Jesus Christus, der auferstanden ist von den Toten, aus dem Geschlecht Davids, nach meinem Evangelium, für welches ich leide bis dahin, dass ich gebunden bin wie ein Übeltäter; aber Gottes Wort ist nicht gebunden. Darum dulde ich alles um der Auserwählten willen, auf dass auch sie die Seligkeit erlangen in Christus Jesus mit ewiger Herrlichkeit. Das ist gewisslich wahr: Sind wir mit gestorben, so werden wir mit leben; dulden wir, so werden wir mit herrschen; verleugnen wir, so wird er uns auch verleugnen; sind wir untreu, so bleibt er treu; denn er kann sich selbst nicht verleugnen.

Liebe Gemeinde,
schon öfters habe ich selbst gesagt: Das, was Jesus für uns erwirkt hat, ist ein großes Geschenk. Damit wollte ich unterstreichen, dass wir in Bezug auf die Erlösung und das ewige Leben Beschenkte sind, die nichts dazu beisteuern können, was damals an Karfreitag und Ostern geschah. Es musste geschehen, um uns aus der Gottesferne herauszuholen und uns heimzubringen in die ewige Gemeinschaft mit Gott. Ostern hat sich mittlerweile zu einem weiteren, kirchlichen „Geschenketag“ neben Weihnachten entwickelt. Schließlich wollen Ostereier und Schokohasen verteilt bzw. im Garten gefunden werden. Das mag auch ein hübscher Brauch sein, mit dem man Kindern eine Freude macht. Und die Freude passt ja auch zu Ostern. Doch ein Geschenk kann man auch irgendwie selbstverständlich annehmen und erkennt nicht, dass derjenige, der schenkt, in gewisser Weise etwas von sich selbst hingibt, und sei es auch nur Ostergeld.
Diese weitere Ostergeschichte nach Johannes, die sich an die eigentliche Ostermorgengeschichte anhängt, hat einen wichtigen Aspekt dieses Ereignisses, was beim ersten „Osterjubel“ etwas in den Hintergrund getreten ist, zum Thema. Es ist nämlich fraglich, ob wegen Ostern für die Jünger plötzlich „alles geklärt“ war, nach dem, was in den Tagen davor an schlimmen Dingen sich auch durch die Jünger selbst ereignet hatte, wie z.B. durch Petrus, der Jesus auf dem Hof des Hohenpriesters dreimal verleugnete. Es geht nämlich im Glauben immer auch um eine vertrauensvolle Beziehung zu Gott bzw. zu Jesus Christus, die durch das Verhalten von Petrus hier empfindlich gestört wurde. Vertrauen muss wieder wachsen können. Ohne Einsicht und Reue wirkt eine Entschuldigung wie ein Lippenbekenntnis. Mit der dreifachen Frage an Petrus nach dessen dreifachen Verleugnung: „Liebst du mich?“ geht es Jesus nicht um gekränkte Ehre oder um „schlechtes Gewissen machen“ als Strafe für die Enttäuschung. Petrus soll als der, der die Gemeinschaft der Jünger und Jüngerinnen anführt, mit gutem Beispiel vorangehen. Da braucht es besondere Verlässlichkeit, die Jesus hier einfordert, und die Petrus auch später umsetzen wird.
Ein weiterer Aspekt dieser Geschichte ist nach meiner Einschätzung weniger der wundersame Fischfang, der an die Berufung von Simon Petrus und seinem Bruder Andreas erinnert, noch die Furcht der Jünger, dass Jesus ein Gespenst sei, und er ihnen beweisen wollte, dass er wie ein normaler Mensch essen kann. Erstaunlich ist, dass Jesus hier den vom Fischzug heimkehrenden Jüngern ein Essen am Feuer mit Fisch und Brot bereitet. Man könnte sagen, er bereitet ihnen ein „Agapemahl“, d.h. ein Sättigungsmahl, was aber auch an das letzte Abendmahl erinnert, wo Jesus auch als Gastgeber auftritt, der Essen und Trinken anbietet. 
Der Aspekt der Gemeinschaft erinnert auch uns heute daran, wenn wir wie gleich im Anschluss miteinander das Abendmahl feiern, dass wir von Ostern her zu einer Gemeinschaft berufen sind, in welcher wir aneinander Anteil nehmen und uns als Glieder einer Gemeinde auch wahrnehmen. Das bedeutet auch, dafür in Anspruch genommen zu werden. Ostern steht dafür, uns für Gott und unsere Mitmenschen zu engagieren, und so aus einem bequemen Konsumverhalten herauszukommen. Wenn Jesus und mit ihm Gott selbst sich für jeden Einzelnen, aber auch für die Gemeinschaft der Christen insgesamt so einsetzt, so können und dürfen wir nicht einfach passiv bleiben.
Bitte das Gesagte jetzt nicht als moralischen Appell verstehen, nach dem Motto: „Wenn du Christ sein willst, dann musst du aber…“! Wir machen Jesus und uns selbst das Leben unnötig schwer, wenn wir nicht begreifen, dass wir Teil einer weltweiten, ewigen Gemeinschaft sind - und zwar gilt das bereits jetzt und hier. Als Einzelkämpfer ist man irgendwann ausgelaugt und am Ende. Man meint, alles selbst schultern zu müssen und hat dann ein schlechtes Gewissen, wenn man nicht liefert, was man für gut und richtig erkannt hat. Eine Gemeinschaft, getragen von Gottes Liebe und unter dem Vorzeichen der Versöhnung und des Friedens, garantiert von Gott selbst durch Jesus Christus – das kann uns helfen, die Lasten miteinander und auch füreinander zu tragen. Es sind vielleicht nur kleine Gesten und Hilfen, die wir über uns selbst hinaus anderen geben können, aber es macht einen Unterschied, ob ich merke, dem anderen bin ich nicht gleichgültig, und er oder sie möchte, dass es mir gut geht.
Paulus formuliert hier streng und fordernd, sich nicht vor seiner Verantwortung wegzuducken: „Halt im Gedächtnis Jesus Christus, der auferstanden ist von den Toten… (und daraus folgernd) Das ist gewisslich wahr: Sind wir mit gestorben, so werden wir mit leben; dulden wir, so werden wir mit herrschen; verleugnen wir, so wird er uns auch verleugnen; sind wir untreu, so bleibt er treu; denn er kann sich selbst nicht verleugnen.“ Das „Wir“ macht bereits deutlich, dass es nicht um den Einzelnen losgelöst von der Gemeinschaft geht. Jesus starb für uns, darum sind wir von diesem Ereignis betroffen, und das bedeutet im positiven Sinn: Wir gehören zu Jesus und dürfen mit ihm leben, im Glauben schon jetzt und sichtbar einmal in Ewigkeit. Das Wesen dieser Gemeinschaft ist aber nicht, eine Weltherrschaft anzustreben, sondern vielmehr eine weltweite Dienstgemeinschaft. Darum gilt es auszuhalten, wenn man nicht ernstgenommen oder sogar belächelt oder verspottet wird. Nach Paulus ist diese Erfahrung sogar eine Echtheitsgarantie des Glaubens.
Aber im Unterschied zu Jesus oder zu Paulus, die beide alles eingesetzt haben, weichen wir dem Druck von außen oft aus. Der Satz: „Verleugnen wir, so wird er uns auch verleugnen“, klingt fast drohend. Aber anhand von Petrus kann man sehen, der Jesus dreimal verleugnet hat und danach bitterlich darüber geweint hat, dass Jesus ihn dennoch wieder in den Dienst genommen hat. Der letzte Satz ist dabei der Tröstlichste: „Sind wir untreu, so bleibt er treu; denn er kann sich selbst nicht verleugnen.“
Darauf dürfen wir uns getrost verlassen.

Lied (Posaunenchor): EG 225, 1-3 Komm, sag es allen weiter

Fürbitten

Abendmahlsliturgie
Lobgebet: Der Herr sei mit euch
Gem.: und mit deinem Geiste
Erhebet eure Herzen
Gem.: Wir erheben sie zum Herren
Lasset uns Dank sagen dem Herrn, unserm Gott
Gem.: Das ist würdig und recht
Sanctus: …und bekennen ohne Ende
Gem.: Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth; alle Lande sind seiner Ehre voll. Hosianna in der Höhe. Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herren. Hosianna in der Höhe.

Vaterunser

Einsetzungsworte: …das die Sünden der Welt trägt
Gem.: Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, erbarm dich unser! (2x)
Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, gib uns deinen Frieden!

Austeilung mit Einladung, Friedensgruß und Wort nach der Austeilung

Lied (Posaunenchor): EG 552, 1.4.5 Einer ist unser Leben

Segen
Gem.: Amen, Amen, Amen

Nachspiel (Posaunenchor)

Osterfrühgottesdienst, 05.04.2026

Psalm 118 (in Auszügen, Zürcher Bibel)
Preist den Herrn, denn er ist gut, ewig währt seine Gnade. Sprechen sollen, die den Herrn fürchten:  Ewig währt seine Gnade. Der Herr ist für mich, ich fürchte mich nicht, was können Menschen mir antun? Der Herr ist für mich, ist mir Helfer. Besser ist es, beim Herrn Zuflucht zu suchen, als Menschen zu vertrauen. Meine Kraft und meine Stärke ist der Herr, und er wurde mir zur Rettung. Jubel und Siegesruf erschallen in den Zelten der Gerechten. Machttaten vollbringt die Rechte des Herrn. Die Rechte des Herrn erhöht. Ich werde nicht sterben, sondern leben und die Taten des Herrn verkünden. Tut mir auf die Tore der Gerechtigkeit. Ich will durch sie einziehen, um den Herr zu preisen. Dies ist das Tor zum Herrn, die Gerechten ziehen hier ein.
Gott ist da, wo Liebe wohnt
Gemeinde mit Chor: „Ubi caritas et amor“ (2x lateinisch)

Ich will dich preisen, denn du hast mich erhört und bist mir zur Rettung geworden. Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden. Durch den Herrn ist es geschehen, wunderbar ist es in unseren Augen. Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat, wir wollen jauchzen und uns an ihm freuen. Ach, Herr, hilf! Ach, Herr, lass gelingen! Gesegnet sei, wer kommt, im Namen des Herrn. Wir segnen euch vom Haus des Herrn. Der Herr ist Gott, er gab uns Licht. Schmückt das Fest mit Zweigen bis zu den Hörnern des Altars. Du bist mein Gott, ich will dich preisen, mein Gott, ich will dich erheben. Preist den Herrn, denn er ist gut, ewig währt seine Gnade.
Gott ist da, wo Liebe wohnt
Gemeinde mit Chor: „Ubi caritas et amor“ (2x lateinisch)

1. Schriftlesung: Matthäusevangelium, Kapitel 28, Verse 1-10 (Hoffnung für alle)
Als der Sabbat vorüber war, gingen Maria aus Magdala und die andere Maria frühmorgens hinaus an das Grab. Es war Sonntag, der erste Tag der neuen Woche, und der Morgen begann gerade erst zu dämmern. Plötzlich fing die Erde an zu beben. Ein Engel des Herrn war vom Himmel herabgekommen, hatte den Stein vor dem Grab beiseitegewälzt und sich daraufgesetzt. Er leuchtete hell wie ein Blitz, und sein Gewand war weiß wie Schnee. Die Wachposten stürzten vor Schreck zu Boden und blieben wie tot liegen. Der Engel wandte sich an die Frauen: »Fürchtet euch nicht! Ich weiß, dass ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht. Er ist nicht mehr hier. Er ist auferstanden, wie er es vorhergesagt hat! Kommt her und seht euch die Stelle an, wo er gelegen hat. Dann beeilt euch, geht zu seinen Jüngern und sagt ihnen, dass Jesus von den Toten auferstanden ist. Er wird euch nach Galiläa vorausgehen, und dort werdet ihr ihn sehen. Diese Botschaft soll ich euch ausrichten.« Erschrocken liefen die Frauen vom Grab weg. Gleichzeitig erfüllte sie unbeschreibliche Freude. Sie wollten sofort den Jüngern alles berichten, was sie erlebt hatten. Sie waren noch nicht weit gekommen, als Jesus plötzlich vor ihnen stand. »Seid gegrüßt!«, sagte er. Da fielen sie vor ihm nieder und umklammerten seine Füße. Jesus beruhigte sie: »Fürchtet euch nicht! Geht, sagt meinen Brüdern, sie sollen nach Galiläa kommen!«
Lobt alle Gott
Chor (kurze Intonierung): „Der Herr ist auferstanden“

Meditation von Gisela Baltes
Er ist nicht hier.
Der Stein ist weg.
Das Grab ist leer.
Wo ist der, den wir suchen?
Erschrocken, verwirrt
fassen wir nicht,
was wir hören:
Er ist nicht hier!
Bei den Toten
sucht ihr vergebens.
Geht zu den Lebenden!
Trocknet die Tränen der Trauernden!
Der Tod ist besiegt.
Für immer!

2. Schriftlesung: Lukasevangelium Kapitel 24, Verse 13-31 (Hoffnung für alle, in Auszügen)
Am selben Tag gingen zwei Jünger nach Emmaus. Unterwegs sprachen sie miteinander über die Ereignisse der vergangenen Tage. Während sie sich unterhielten und nachdachten, kam Jesus selbst hinzu und ging mit ihnen. Aber sie – wie mit Blindheit geschlagen – erkannten ihn nicht. »Worüber sprecht ihr da miteinander?«, wollte Jesus wissen. Die Jünger blieben traurig stehen, und verwundert bemerkte Kleopas, einer von den beiden: »Du bist wohl der Einzige in Jerusalem, der nichts von den Ereignissen der letzten Tage weiß.« »Was meint ihr?«, fragte Jesus. »Das, was mit Jesus aus Nazareth geschehen ist«, antworteten die Jünger. »Er war ein Prophet, den Gott geschickt hatte. Jeder im Volk konnte das an seinen mächtigen Worten und Taten erkennen. Aber unsere obersten Priester und die anderen Mitglieder des Hohen Rates haben ihn an die Römer ausgeliefert. Er wurde zum Tode verurteilt und dann ans Kreuz geschlagen. Dabei hatten wir gehofft, dass er der von Gott versprochene Retter ist, der Israel befreit. Und dann wurden wir heute Morgen auch noch durch einige Frauen sehr beunruhigt, die zu uns gehören. Schon vor Sonnenaufgang waren sie zum Grab gegangen; aber der Leichnam von Jesus war nicht mehr da. Die Frauen kamen zurück und erzählten, ihnen seien Engel erschienen, die sagten: ›Jesus lebt!‹ Darauf sagte Jesus zu ihnen: »Wie wenig versteht ihr doch! Warum fällt es euch nur so schwer, alles zu glauben, was die Propheten gesagt haben? Musste der von Gott erwählte Retter nicht all dies erleiden, bevor ihn Gott zum höchsten Herrn einsetzte?« Inzwischen waren sie kurz vor Emmaus, und Jesus tat so, als wolle er weitergehen. Deshalb drängten ihn die Jünger: »Bleib doch über Nacht bei uns! Es ist spät und wird schon dunkel.« So ging er mit ihnen ins Haus. Als Jesus sich mit ihnen zum Essen niedergelassen hatte, nahm er das Brot, dankte Gott dafür, brach es in Stücke und gab es ihnen. Da wurden ihnen die Augen geöffnet: Es war Jesus. Doch im selben Moment verschwand er, und sie konnten ihn nicht mehr sehen.

Chor: „Stimme, die Stein zerbricht“

3. Schriftlesung: Lukasevangelium Kapitel 24, Verse 32-49 (Hoffnung für alle, in Auszügen)
Sie sagten zueinander: »Hat es uns nicht tief berührt, als er unterwegs mit uns sprach und uns die Heilige Schrift erklärte?« Ohne Zeit zu verlieren, brachen sie auf und kehrten nach Jerusalem zurück. Dort waren die elf Jünger und andere Freunde von Jesus zusammen. Nun erzählten die beiden, was auf dem Weg nach Emmaus geschehen war und dass sie ihren Herrn erkannt hatten, als er das Brot in Stücke brach. Noch während sie berichteten, stand Jesus plötzlich mitten im Kreis der Jünger. »Friede sei mit euch!«, begrüßte er sie. Die Jünger erschraken und fürchteten sich sehr. Sie dachten, ein Geist stünde vor ihnen. »Warum habt ihr solche Angst?«, fragte Jesus. »Wieso zweifelt ihr daran, dass ich es bin? Seht doch die Wunden an meinen Händen und Füßen! Ich bin es wirklich. Hier, fasst mich an und überzeugt euch, dass ich kein Geist bin. Geister sind doch nicht aus Fleisch und Blut wie ich!« Dann zeigte er ihnen seine Hände und Füße. Aber vor lauter Freude konnten sie es noch immer nicht fassen, dass Jesus vor ihnen stand. »Erinnert euch an das, was ich euch angekündigt habe, als ich noch mit euch zusammen war: ›Alles muss sich erfüllen, was bei Mose, bei den Propheten und in den Psalmen über mich steht.‹« Nun erklärte er ihnen die Worte der Heiligen Schrift: »Es steht doch dort geschrieben: Der von Gott erwählte Retter muss leiden und sterben, und er wird am dritten Tag von den Toten auferstehen. Allen Völkern wird in seinem Auftrag verkündet: Gott vergibt jedem die Schuld, der zu ihm umkehrt. Das soll zuerst in Jerusalem geschehen. Ihr selbst habt miterlebt, dass Gottes Zusagen in Erfüllung gegangen sind. Ihr seid meine Zeugen. Ich werde den Heiligen Geist zu euch herabsenden, den mein Vater euch versprochen hat. Bleibt hier in Jerusalem, bis ihr diese Kraft von oben empfangen habt!«

Impuls
In einer alten Geschichte heißt es, dass die Menschen einmal den Schlüssel zum Himmel in ihren Händen gehabt hätten. Aber sie gingen leichtfertig damit um. Sie waren irgendwann der Meinung, sie bräuchten diesen Schlüssel gar nicht, da es keine Tür gab, die man damit öffnen konnte. So ging er verloren. Da regte sich das schlechte Gewissen. Denn man ahnte, dass der Himmelsschlüssel einen Wert hatte, auch wenn man ihn nicht wirklich kannte. Der Sage nach sollte der Schlüssel auf einer Wiese verloren gegangen sein, aber anstelle des Himmelsschlüssels fand man Schlüsselblumen. Sie wurden gesammelt und zu Sträußen zuhause in Vasen gestellt. Nach einer gewissen Zeit welkten die Blumen. Es blieb die Sehnsucht nach dem Schlüssel zum echten Leben, das jedes Jahr im Frühjahr wieder hochkommt, wenn die Schlüsselblumen von neuem blühen.     Dass Ostern oft mit dem Frühlingsanfang einhergeht, passt gut zusammen.
Mit dem Frühlingserwachen wird die Sehnsucht nach Leben spürbar, und vielleicht steckt dahinter auch der Wunsch, dass das Leben dieses Mal bleibt und nicht wieder schwächer wird gegen Herbst und Winter.
Jesus hat nach biblischer Vorstellung den Schlüssel des Himmels. Er ist die Schlüsselperson Gottes in dem Plan, die verirrten Menschen sicher über die Schwelle des Todes hinüber zu begleiten in das ewige Leben. Er hat die Schlüssel des Todes und der Hölle, wie es in der Offenbarung heißt. Jesus hat nicht nur den Himmel unumkehrbar für uns aufgeschlossen, sondern mit seinem Schlüssel konnte er auch Tod und Hölle zuschließen, damit sie uns nicht mehr gefährlich werden.
Jesus verwahrt diesen Schlüssel für uns auf, damit wir ihn nicht wieder verlieren können.
Doch er tut es nur, wenn wir dies auch zulassen und mit ihm zusammen sein wollen. Denn den Schlüssel des Herzens hat Jesus nicht. Diesen Schlüssel hat jeder Mensch nur für sich alleine.
Darum heißt es auch an anderer Stelle in der Offenbarung: „Merkst du es denn nicht? Noch stehe ich vor deiner Tür und klopfe an. Wer jetzt auf meine Stimme hört und mir die Tür öffnet, zu dem werde ich hineingehen und Gemeinschaft mit ihm haben."

Fürbitten
1.) Jesus Christus, du hast die Schlüssel des Lebens in Händen. So können wir dankbar und voller Freude das große Geschenk des ewigen Lebens annehmen ohne Angst, es wieder verlieren zu können. Es bleibt ein großes Geheimnis, wie dies uns zugute geschah. Aber es war für dich ein sehr großes Opfer, doch am Ende wurde der Tod überwunden, und das ist jetzt für uns gültig. Darum freuen wir uns wie damals die Jüngerinnen und Jünger und können dir überschwänglich danken. Wir loben dich, Jesus: Halleluja!
Gemeinde: EG 181.6 „Lobsingt, ihr Völker alle“

2.) Väterlicher Gott, es war von Anfang an dein Plan, uns durch Jesus zu retten. Wir erinnern uns an das Leiden von Jesus, das auch du mitgetragen hast. Aber es steht nicht mehr zwischen dir und uns wie eine Mauer. Wir sind von unseren vergeblichen Versuchen, uns vor dir zu rechtfertigen, befreit. Dadurch haben wir den Freiraum, um uns dafür einzusetzen, was diese Welt braucht, nämlich Versöhnung und Frieden. Wir loben dich, Jesus: Halleluja!
Gemeinde: EG 181.6 „Lobsingt, ihr Völker alle“

3.) Heiliger Geist, du leitest uns an, den Weg des Glaubens zu beschreiten gegen alle Hindernisse, die sich uns in den Weg stellen. Wir möchten gerne, dass wieder mehr Menschen dir vertrauen. Wir setzen uns für Verständigung und für Versöhnung ein gegen Hass und Gewalt. Auch wenn wir dabei immer wieder an unsere Grenzen kommen, so hilfst du uns doch weiterzumachen und nicht aufzugeben.
Wir loben dich, Jesus: Halleluja!
Gemeinde: EG 181.6 „Lobsingt, ihr Völker alle“
 

Karfreitagsgottesdienst mit Abendmahl, 03.04.2026

Fehlende Copyright Informationen

Vorspiel (Flötenkreis)

Eröffnung

Gemeindelied (Orgel): EG 91, 1.2.5.7 „Herr, stärke mich"

Votum: Im Namen …
Gem.:  Amen

Philipper 2 (EG 760 im Wechsel)
Seid so unter euch gesinnt, wie es auch der Gemeinschaft in Christus Jesus entspricht:
Er, der in göttlicher Gestalt war, hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein,
sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an,
ward den Menschen gleich und der Erscheinung nach als Mensch erkannt.
Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz.
Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat ihm den Namen gegeben, der über alle Namen ist,
dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind,
und alle Zungen bekennen sollen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.
Kommt, lasst uns den Herrn anbeten!
Gem.:  Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist. Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Amen

Kyrie-Gebet: Darum rufe ich zu dir
Gem.: Herr, erbarme dich. Christe, erbarme dich. Herr, erbarm dich über uns

Gnadenzuspruch: Ehre sei dir, o Herr!
Gem.: Ehre sei Gott in der Höhe und auf Erden Fried, den Menschen ein Wohlgefallen.

Gebet: … zu Ewigkeit!
Gem.: Amen

Liedbeitrag (Flötenkreis) „Mein schönste Zier“

Schriftlesung aus der Apostelgeschichte 2, 22-28
Hört her, ihr Leute von Israel! Wie ihr alle wisst, hat Jesus aus Nazareth in Gottes Auftrag mitten unter euch mächtige Taten,  Zeichen und Wunder gewirkt. Ja, Gott selbst hat durch diesen  Mann gehandelt und ihn so euch gegenüber als seinen Gesandten bestätigt. Aber Jesus wurde durch Verrat an euch ausgeliefert, und ihr habt ihn mit Hilfe der Römer, die nichts von Gottes Gesetz wissen, ans Kreuz genagelt und umgebracht. Doch genau das hatte Gott geplant. Er wusste, was geschehen würde. Diesen Jesus hat Gott auferweckt und damit die Macht des Todes gebrochen. Wie hätte auch der Tod über ihn Gewalt behalten können! Schon David sprach von ihm, und was er sagt, sind eigentlich die Worte von Jesus: ›Ich sehe immer auf den Herrn. Er steht mir zur Seite, damit ich nicht falle. Darüber freue ich mich von ganzem Herzen, mein Mund bricht in Jubel aus. Selbst dann, wenn mein Körper im Grab liegt, hoffe ich auf dich, Herr! Denn du wirst mich nicht dem Totenreich überlassen und mich nicht der Verwesung preisgeben, ich gehöre ja zu dir. Du zeigst mir den Weg, der zum Leben führt. Du beschenkst mich mit Freude, denn du bist bei mir.‹
Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren!
Gem.: AMEN!

Glaubensbekenntnis

Gemeindelied (Orgel): EG 98, 1-3 Korn, das in die Erde

Predigt mit Predigtspruch aus 2. Korinther 5, 18-20
Predigtspruch aus 2. Korinther 5, 18-20 (Hoffnung für alle): All dies verdanken wir Gott, der uns durch Christus mit sich selbst versöhnt hat. Er hat uns beauftragt, diese Botschaft überall zu verkünden. Und so lautet sie: Gott ist durch Christus selbst in diese Welt gekommen und hat Frieden mit ihr geschlossen, indem er den Menschen ihre Sünden nicht länger anrechnet. Gott hat uns dazu bestimmt, diese Botschaft der Versöhnung in der ganzen Welt zu verbreiten. Als Botschafter von Christus fordern wir euch deshalb im Namen Gottes auf: Lasst euch mit Gott versöhnen! Wir bitten euch darum im Auftrag von Christus.

Liebe Gemeinde,
wenn wir am Karfreitag das Sterben von Jesus detailgetreu jedes Jahr wiedergeben, so könnte man uns einen gewissen Voyeurismus vorwerfen. Natürlich ist nicht entscheidend, was Jesus alles erleiden musste. Worauf es wirklich ankommt, ist zu begreifen, dass es keine Alternative gab, um die Menschen von ihrer selbstgewählten Gottesferne zurück in Gottes ewige Gemeinschaft zu bringen.
Zweierlei wird dabei oft falsch verstanden. Zum einen ist Jesus nicht einfach zum „Opfer gemacht“ worden, als ob er den Mächtigen unfreiwillig in die „Hände gefallen“ wäre. Er hätte fliehen können, aber er wusste, dass es Gottes Plan war, was mit ihm geschehen würde. Jesus hatte Angst vor dem, was auf ihm zukam. Darum hat er innerlich darum gerungen, diesen Plan und sein bevorstehendes Leiden anzunehmen. Ihm war auch bewusst, dass Gott ihn nicht im Tod lassen würde.
Zum anderen wird von manchen Theologen so argumentiert, als ob Gott in seinem Gerechtigkeitsgefühl verletzt eine Art Genugtuung bräuchte, um einen Ausgleich zu den gemachten Sünden der Menschheit herzustellen. Dieser Ansatz bringt aber zwei Probleme mit sich, die irreführend sind. Bei Jesaja heißt es in einer Gottesrede (Jes. 1,18) „Wenn eure Sünde auch blutrot ist, so soll sie weiß wie Schnee werden.“ Gott hat die Macht, Sünden zu vergeben nicht erst durch das Sterben von Jesus. Er vergibt, wenn er vergeben möchte. Das ist Ausdruck seiner Güte und Liebe zu den Menschen. Und darum ist Gott auch nicht Zuschauer oder Richter, als Jesus am Kreuz von Golgatha stirbt. Vielmehr ist er so mit ihm verbunden, dass er selbst erleidet, was Jesus erleiden muss.
Indem der Himmlische Vater Jesus von den Toten auferweckt, setzt er ein einmaliges Zeichen in die Geschichte der Menschheit: Gottes Liebe ist stärker als Sünde und Tod. Jesus offenbart mit seinem Tod und seiner Auferweckung durch Gott („Auferstehung“ wird erst später zum Hauptbegriff) nicht nur Gottes Macht jenseits des Todes, sondern auch seine unbedingte, bis zum Äußersten gehende Liebe.
Jesus sagte einmal selbst von sich: „Wer mich sieht, der sieht den (himmlischen) Vater.“ Es gibt unzählige Vorstellungen, wie Gott ist, so wie es in der Bibel alleine über 100 Gottesnamen gibt, die etwas über Gott und sein Wesen aussagen. Aber dieses eine zusammenhängende Ereignis -das Sterben Jesu am Karfreitag und die Auferweckung an Ostern- stellt ein für alle Mal klar, wer Gott in seinem Wesen wirklich ist. Und kein anderes Zeichen in der Geschichte weder davor noch danach hat dies jemals umdeuten können. Darum ist Karfreitag auch heute noch ein unverzichtbarer Feiertag, so erschreckend und traurig machend der Hintergrund auch sein mag.
Neulich habe ich den Konfis, als wir über die Feiertage zu Ostern sprachen, dies am Symbol des Kreuzes deutlich gemacht. Niemand würde sich freiwillig als Symbol einen Galgen oder ein Schafott an einer Kette um den Hals hängen. Aber das Kreuz ist bis heute ein beliebtes Schmuckstück, das um den Hals gelegt wird. Warum ist das so? Weil die Macht Gottes, die Sünde und Tod überwinden konnte, hinter dem Kreuz von Jesus so stark aufstrahlt, dass dieses schreckliche Hinrichtungswerkzeug davor verblasst.
Petrus verdichtet in seiner Pfingstpredigt die Bedeutung vom Kreuzestod von Jesus mit einem Schriftbeweis, in welchem er die Prophezeiung aus Psalm 18 in Jesus erfüllt sah. Denn Jesus starb in der Hoffnung, dass der Tod nicht über ihn triumphieren könnte, da er Gott zutraute, ihn aus dem Tod herauszuholen: „Denn du wirst mich nicht dem Totenreich überlassen und mich nicht der Verwesung preisgeben.“ Und die Prophezeiung gipfelt in der Freude: „Du beschenkst mich mit Freude, denn du bist bei mir.“ Als es damals geschah vor den Toren Jerusalems auf dem Hügel Golgatha, der die Form eines Totenschädels hatte, glaubte niemand daran, was dann am Ostermorgen geschehen würde.Heute sind auch Angehörige von kürzlich Verstorbenen hier im Gottesdienst. Vielleicht empfinden Sie es auch so, dass im Moment des Todes eines geliebten Menschen keine menschliche Hilfe mehr möglich ist. Und in einem gewissen Sinn ist diese schmerzliche Erkenntnis auch notwendig, um zu begreifen, dass an dieser Stelle nur einer helfen kann, nämlich Gott selbst in seiner übergroßen Liebe, mit der er uns zeitlebens begleitet hat, auch wenn das oft nicht so bewusst war. Und er hat in seiner unsere Vorstellungskraft weit übersteigenden Macht auch den Tod selbst für uns klar erkennbar an Ostern überwunden.
Paulus formuliert es zusammengefasst so: „All dies verdanken wir Gott, der uns durch Christus mit sich selbst versöhnt hat… Gott ist durch Christus selbst in diese Welt gekommen und hat Frieden mit ihr geschlossen.“ Wenn man es von dieser „göttlichen Warte“ her sieht, hatte Gott nicht nur den Plan, dies in enger Verbindung mit Jesus zu tun. Er war nie nur „Betrachter dieses Geschehens von außen“, sondern in allem beteiligt und Handelnder.
Man kann sogar noch einen Schritt weitergehen und behaupten, dass Gott die Menschheit erschuf, die lieber das Böse als das Gute wählen, und den Krieg dem Frieden vorziehen würde, weil er diese Versöhnung durch Jesus Christus von Anfang an mitgedacht hat.
Und die oft gestellte Frage, warum Gott das Leiden in dieser Welt zulässt, findet auch hier eine plausible Antwort, dass nämlich kraft dieses Geschehens am Ende das Gute das Böse und der Friede allen Streit und Krieg besiegt. Aber es war ein hoher Preis, den Gott selbst in der Einheit mit Jesus dafür bezahlt hat.
Und weil dies so unfassbar und unendlich bedeutsam für uns Menschen ist, richtet Paulus einen Appell an seine Leser damals und auch an uns heute: „Als Botschafter von Christus fordern wir euch deshalb im Namen Gottes auf: Lasst euch mit Gott versöhnen! Wir bitten euch darum im Auftrag von Christus.“

Gemeindelied (Orgel, Mel. EG 521, s.o.): EG 94, 1-4 Das Kreuz ist aufgerichtet

Fürbitten (Verstorbene miteinbeziehen)
In den letzten Wochen sind viele Menschen auch aus unserer Kirchengemeinde gestorben. Gerade diejenigen, die diesen schmerzlichen Verlust erleiden müssen und vielleicht darum ringen, die Hoffnung auf ein Wiedersehen im Herzen zu bewahren, sollen angesichts des überwundenen Todes durch Jesus in dieser Fürbitte bedacht werden (Anke zündet Kerzen an).

Gütiger Gott, wenn der Tod in unser Leben tritt, so empfinden wir Ohnmacht, und gerade der Verlust eines geliebten Menschen kann uns am Sinn des Lebens zweifeln lassen. Du kennst unsere Not gerade angesichts des Leidens und Sterbens von Jesus, und du hast die Macht, den Tod zu überwinden. Darauf wollen wir unsere Hoffnung setzen, und an deine Güte glauben, die auch im Tod unsere Lieben nicht fallen lässt. Schenke uns den Trost, den nur du geben kannst in deiner Ewigkeit!

Liedvortrag (Flötenkreis): Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld

Abendmahl (im Wechsel sprechen, Sanctus etc. singen)

Lobgebet: Der Herr sei mit euch
Gem.: und mit deinem Geiste
Erhebet eure Herzen
Gem.: Wir erheben sie zum Herren
Lasset uns Dank sagen dem Herrn, unserm Gott
Gem.: Das ist würdig und recht
Sanctus: …und bekennen ohne Ende
Gem.: Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth; alle Lande sind seiner Ehre voll. Hosianna in der Höhe. Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herren. Hosianna in der Höhe.

Vaterunser

Einsetzungsworte: Seht doch, das ist Gottes Lamm, das die Sünden der Welt trägt!
Gem.: Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, erbarm dich unser! (2x) Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, gib uns deinen Frieden!

Austeilung mit Einladung, Friedensgruß, Wort nach Austeilung
(Orgel begleitet leise bei der Austeilung)

Liedvortrag (Flötenkreis): Schlusslied

Segen
Gem.: Amen, Amen, Amen 
 

Palmsonntagsgottesdienst

Lied: EG 370,1.4.11.12 Warum sollt ich mich denn grämen

Votum: Im Namen …
Gem.:  Amen

Psalm 4 (EG 703)
Erhöre mich, wenn ich rufe, Gott meiner Gerechtigkeit,
der du mich tröstest in Angst; sei mir gnädig und erhöre mein Gebet!
Ihr Herren, wie lange soll meine Ehre geschändet werden? Wie habt ihr das Eitle so lieb und die Lüge so gern!
Erkennet doch, dass der HERR seine Heiligen wunderbar führt; der HERR hört, wenn ich ihn anrufe.
Zürnet ihr, so sündiget nicht; redet in eurem Herzen auf eurem Lager und seid stille.
Opfert, was recht ist, und hoffet auf den HERRN.
Viele sagen: »Wer wird uns Gutes sehen lassen?« HERR, lass leuchten über uns das Licht deines Antlitzes!
Du erfreust mein Herz, ob jene auch viel Wein und Korn haben.
Ich liege und schlafe ganz mit Frieden; denn allein du, HERR, hilfst mir, dass ich sicher wohne.
Kommt, lasst uns den Herrn anbeten!
Gem.:  Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist. Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Amen

Kyrie-Gebet: Darum rufe ich zu dir
Gem.: Herr, erbarme dich. Christe, erbarme dich. Herr, erbarm dich über uns

Gnadenzuspruch: Ehre sei dir, o Herr!
Gem.: Ehre sei Gott in der Höhe und auf Erden Fried, den Menschen ein Wohlgefallen. Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum dass nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade. Ein Wohlgefalln Gott an uns hat; nun ist groß Fried ohn Unterlass, all Fehd hat nun ein Ende

Gebet: … zu Ewigkeit!
Gem.: Amen

Schriftlesung aus Markusevangelium 14, 1-9
Es waren noch zwei Tage bis zum Passafest und den Tagen der Ungesäuerten Brote. Und die Hohenpriester und Schriftgelehrten suchten, wie sie ihn mit List ergreifen und töten könnten. Denn sie sprachen: Ja nicht bei dem Fest, damit es nicht einen Aufruhr im Volk gebe.
Und als er in Betanien war im Hause Simons des Aussätzigen und saß zu Tisch, da kam eine Frau, die hatte ein Alabastergefäß mit unverfälschtem, kostbarem Nardenöl, und sie zerbrach das Gefäß und goss das Öl auf sein Haupt. Da wurden einige unwillig und sprachen untereinander: Was soll diese Vergeudung des Salböls? Man hätte dieses Öl für mehr als dreihundert Silbergroschen verkaufen können und das Geld den Armen geben.
Und sie fuhren sie an. Jesus aber sprach: Lasst sie! Was bekümmert ihr sie? Sie hat ein gutes Werk an mir getan. Denn ihr habt allezeit Arme bei euch, und wenn ihr wollt, könnt ihr ihnen Gutes tun; mich aber habt ihr nicht allezeit. Sie hat getan, was sie konnte; sie hat meinen Leib im Voraus gesalbt zu meinem Begräbnis. Wahrlich, ich sage euch: Wo das Evangelium gepredigt wird in der ganzen Welt, da wird man auch das sagen zu ihrem Gedächtnis, was sie getan hat.
Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren!
Gem.: AMEN!

Glaubensbekenntnis

Lied: EG 419,1-5 Hilf, Herr meines Lebens

Predigt mit Predigttext aus Lukasevangelium 19,41-44
Als Jesus die Stadt Jerusalem vor sich liegen sah, weinte er über sie. »Wenn doch auch du heute erkannt hättest, was dir Frieden bringt!«, rief er. »Aber jetzt bist du mit Blindheit geschlagen. Es kommt eine Zeit, in der deine Feinde einen Wall um deine Mauern aufschütten und dich von allen Seiten belagern. Sie werden dich dem Erdboden gleichmachen und deine Bewohner töten. Kein Stein wird auf dem anderen bleiben. Denn du hast die Gelegenheit, als Gott dir nahekam, nicht genutzt.«

Liebe Gemeinde,
bei Lukas schließt sich Jesu Weinen über die Stadt unmittelbar an den Einzug in Jerusalem mit Jubelrufen und dem Auslegen der Kleider und Palmzweige vor ihm an. Man könnte von einem „Wechselbad der Gefühle“ sprechen. Aber ob die Jünger sein Weinen überhaupt richtig wahrgenommen und begriffen haben, bleibt offen. Überhaupt scheinen seine Anhänger eher nur das zu sehen, was sie gerne sehen wollen. Sie sehen die Menge, die Jesus zujubelt, und fühlen sich in ihrer Ansicht, dass er der verheißene Retter Israels ist, bestätigt und irgendwie oben auf. Das, was wirklich geschieht und worauf es ankommt, rauscht irgendwie an ihnen vorbei.

So kommt mir auch ihr Verhalten gegenüber der Frau mit dem kostbaren Salböl vor. Sie begreifen im Unterschied zu dieser Frau, die offensichtlich mehr Weitblick als die Jünger hat, nicht, dass die Zeit ihres Meisters und Freundes unter ihnen bald vorbei sein wird. Interessanterweise scheinen sich auch die Evangelisten nicht einig, was das für eine Frau ist. Bei Markus und Matthäus ist es einfach eine namenlose Frau, die unvermittelt auftaucht, und ihre Altersvorsorge einfach so an Jesus verschenkt. Bei Lukas ist es eine Sünderin und bei Johannes ist es Maria, die Schwester des Lazarus, die eine enge Beziehung zu ihm hatte. Die Jünger jedenfalls werfen dieser mysteriösen Frau Verschwendung vor und das mit harten Worten, wie der Text sagt. Jesus reagiert nicht verärgert, sondern eher etwas traurig und nachdenklich auf deren Verhalten.

Man könnte jetzt etwas mitleidig oder im Gefühl einer gewissen Überlegenheit aus heutiger Perspektive auf die Jünger schauen. Aber dazu besteht überhaupt kein Anlass. Natürlich blicken wir heute als Jünger bzw. Jüngerinnen von Ostern her anders auf das, was sich damals in Jerusalem abspielte. Aber haben wir wirklich begriffen, worauf es ankommt bzw. worauf es nicht ankommt? Ich glaube eher nicht. Wenn wir über Geld reden, so denken wir oft nicht anders als unsere Vorgänger damals. Es klingt ja vernünftig und sozial, mit dem Geld, was uns anvertraut ist, nicht verschwenderisch umzugehen, sondern es gezielt für gute Projekte einzusetzen. Dennoch kommen mir heute manchmal Zweifel hoch, ob wir nicht einseitig allzu sehr in finanziellen Kategorien denken. Über den Erhalt oder Verkauf von Gebäuden wird intensiv diskutiert, aber was der Glaube uns in der heutigen Zeit zu sagen hat, steht auf der „to-do-Liste“ nicht so weit oben.

Vielleicht würde Jesus ähnlich wie damals etwas traurig-milde uns heute daran erinnern, was es bedeutet, zu ihm gehören zu dürfen; und was sich dadurch ändert, wenn wir nicht mehr so sehr um uns selbst, um unsere Ängste und Sorgen kreisen, sondern seine eigentliche Größe erkennen, anstatt uns der Sicht dieser Welt anzupassen, die allenfalls uns als soziale Einrichtung begreift, aber die existentielle Bedeutung, die Jesus auch für uns heute hat, verkennt. Wir müssen den anderen nicht beweisen, wie „christlich“ wir sind. Unsere Aufgabe ist vielmehr, anzunehmen und danach zu handeln, was der Glaube bei uns heute wie damals bewirken kann. Da könnte man den Psalm 4 nochmal durchgehen und würde viel Gutes entdecken, wie Trost in Angst, oder Bescheidenheit und Stille statt Lüge oder Überheblichkeit, Freude und Frieden trotz wenig Reichtum und ohne äußere Sicherheiten.

Was wir von der vermutlich namenlosen Frau lernen können, die alles auf Jesus setzt: Sie gibt ihre Alterssicherung aus der Hand, weil sie sich geborgen und sicher in Jesus fühlt, und weil sie den Weitblick hat zu erkennen, dass ihre Zukunft allein in Gottes Hand liegt. Davon kann ich mir eine „große Scheibe abschneiden“. Das ist nicht nur bewundernswert, sondern letzten Endes klug. Denn wenn ich davon überzeugt bin, dass Gott mir in Jesus begegnet, dann macht es Sinn, alles „auf eine Karte zu setzen“, und sich von falschen Sicherheiten zu lösen. Aber wie schwer ist es, genau dies zu tun?!

Wenn Jesus letztlich nur ein Vorbild wäre, dem ich nacheifern sollte, so hätte ich schon längst aufgegeben. Jesus ging in den Tod, um mir und uns allen genau das zu geben, was wir selbst uns nicht geben können, weder durch Leistung noch durch Sparsamkeit. Er überwand unsere Halbherzigkeit, weil seine Liebe weiterreicht als unser kurzfristiges Denken und Handeln. Jesus weinte nicht aus Selbstmitleid, sondern weil wir Menschen nicht unbegrenzt Chancen haben, uns für das Richtige und gegen das Falsche zu entscheiden. Er konnte damals voraussehen, was 40 Jahre später geschah, als die Römer Jerusalem den Erdboden gleichmachten. „Denn du hast die Gelegenheit, als Gott dir nahekam, nicht genutzt.“

Es scheint auch heute das Problem zu sein, dass man eher kurzfristig und oberflächlich denkt und handelt, und dabei Gottes heilsame Gegenwart und Hilfe klein achtet oder übersieht. Man passt sich an und folgt denen, die heute das Sagen haben, auch wenn sie die seelische Not der Menschen nicht wirklich im Blick haben. Aber wie gut, dass Gott dieses miteingeplant hat und uns von unserer Blindheit befreien, uns vergeben und sich mit uns versöhnen will. Doch wir selbst müssen es auch wollen und uns helfen lassen. Wie gut, dass Jesus Christus genau dafür nach Jerusalem gegangen und dort Gottes Plan vollendet hat. Diese vermutlich wichtigste Einsicht kann jetzt bereits viel Gutes im eigenen Leben bewirken und verändern.

Lied: EG 97,1-4  Holz auf Jesu Schulter

Fürbitten

Vaterunser

Lied: EG 391, 1-4 Jesu, geh voran

Segen
Gem.: Amen, Amen, Amen